Umwelt
Rund 2.000 Menschen halten "Wolfswachen" in Brandenburg
Potsdam, Guhrow (epd). Knapp 2.000 Menschen haben sich nach Angaben des Bauernbundes Brandenburg in der Nacht zu Samstag an landesweiten "Wolfswachen" beteiligt. An 21 Standorten zwischen Elbe und Oder hätten Mahnfeuer gebrannt, teilte der Bauernbund am Samstag mit. Die Teilnehmer, darunter Bauern, Jäger und Dorfbewohner forderten, große Teile Brandenburgs zur wolfsfreien Zone zu erklären. Hintergrund sind nach Angaben von Bauern- und Jagdverbänden die "dramatisch" zunehmenden Angriffe von Wölfen auf Weide- und Haustiere in der Mark.

"Die Nutztierrisse steigen von Jahr zu Jahr. Unsere Geduld ist am Ende", erklärte Bauernbund-Vorstand Marcus Schilka in Guhrow im Spreewald. Die Landwirte seien nicht mehr bereit, "Schweigegeld" für tote Kälber und "Bestechungsgeld" für Hochspannungszäune zu bekommen. "Wir wollen einfach nur ohne Angst auf dem Lande leben und dafür muss die Zahl der Wölfe in Brandenburg deutlich reduziert werden", forderte Schilka.

Überall, wo Wölfe in menschliche Siedlungen vordringen oder Weidetiere gefährden, müssten die Raubtiere bejagt werden dürfen, lautet eine der Forderungen. Auch müsse die Zahl der Wölfe begrenzt und der strenge Schutzstatus der Raubtiere gelockert werden. Wo Wölfe umfangreiche Schäden anrichten, müssten sie zurückgedrängt werden, wobei darauf zu achten sei, dass sie nicht erneut ausgerottet werden. Zudem müssten Schutzgebiete für die Raubtiere beispielsweise auf ehemaligen Truppenübungsplätzen ausgewiesen werden.

Die ersten "Wolfswachen" wurden im April vergangenen Jahres durchgeführt. Die brandenburgische Landesregierung geht aktuell von 35 Wolfsrudeln in der Mark aus, davon sechs grenzüberschreitend mit Sachsen-Anhalt, zwei grenzüberschreitend mit Mecklenburg-Vorpommern und sechs grenzüberschreitend mit Sachsen. Insgesamt sollen mehr als 200 der Raubtiere in Brandenburg leben. Naturschützer entgegnen wiederholt, viele Weidetiere würden nicht von Wölfen, sondern von Hunden gerissen.

epd ost mg