Kultur
Neuer Besucherrekord bei Topographie des Terrors
Berlin (epd). Die Stiftung Topographie des Terrors hat im vergangenen Jahr mit mehr als 1,38 Millionen Besuchern einen neuen Rekord verzeichnet. Das waren mehr als 20.000 Besucher zusätzlich gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2014, teilte die Stiftung am Donnerstag in Berlin mit. Besucherstärkster Tag war mit rund 6.800 Gästen der 30. Dezember. Im September vergangenen Jahres wurde der 15-millionste Gast seit Präsentation der ersten Ausstellung im Juli 1987 begrüßt.

Das zur Stiftung gehörende Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide steigerte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr seine Besucherzahlen um fast 25 Prozent auf 15.500. Weiter kündigte die Stiftung an, dass ihr langjähriger Direktor Andreas Nachama (67) Ende November in den Ruhestand gehen wird.

Auf dem 4,5 Hektar großen Gelände der "Topographie des Terrors" direkt neben dem Martin-Gropius-Bau im Zentrum Berlins befand sich zwischen 1933 und 1945 das Hauptquartier der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) und der SS-Führung. Heute informiert dort unter anderem eine Dauerausstellung über den NS-Terrorapparat.

Die Stiftung plant für dieses Jahr unter anderem eine Sonderausstellung über das Reichsarbeitsministerium. Ab April sollen die Ergebnisse einer Unabhängigen Historikerkommission präsentiert werden, hieß es anlässlich des Jahresauftaktgespräches am Donnerstagabend. Die Kommission erforscht seit 2014 die Geschichte des Ministeriums. Die Ausstellung soll am 2. April von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) eröffnet werden.

Außerdem ist ab Oktober eine Sonderausstellung über die deutsche Besetzung der Niederlande und die Verfolgung der Juden zwischen 1940 und 1945 geplant. Das Kooperationsprojekt mit dem niederländischen Institut für Kriegs-, Holocaust- und Genozidstudien (NIOD) ist zuvor vom 28. Januar bis 6. Oktober in Amsterdam zu sehen.

Im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit soll im Mai eine aus Prag kommende Ausstellung mit dem Titel "Verlorenes Gedächtnis. Orte der NS-Zwangsarbeit in der Tschechischen Republik" eröffnet werden. Ende August folgt die Ausstellung "Eine Geschichte von Vernichtung und Überleben. NS-Zwangsarbeit und Holocaust im galizischen Erdölrevier".

Außerdem sind mehrere internationale Jugendbegegnungen und Sommerlager geplant. Die Dauerausstellungen informieren unter anderem über "Alltag Zwangsarbeit 1938-1945" und die Geschichte der italienischen Militärinternierten 1943-1945. Das Dokumentationszentrum befindet sich in ehemaligen Baracken des einzigen fast vollständig erhaltenen Zwangsarbeiterlagers der NS-Zeit.

epd ost phi bue