Soziales
Mehr verschuldete Rentner in Sachsen
Dresden (epd). Die Zahl der verschuldeten Rentner in Sachsen wächst. Suchten im Jahr 2014 1.308 Ruheständler die Schuldnerberatungsstellen auf, waren es 2016 mit 1.489 bereits 181 Rentner mehr, wie aus einer am Sonntag in Dresden veröffentlichten Antwort des sächsischen Sozialministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken im sächsischen Landtag hervorgeht. Auch 2015 ließen sich mit 1.418 bereits mehr Ruheständler beraten.

Das durchschnittliche Verschuldungsvolumen lag 2014 bei 37.356 Euro, 2015 bei 55.472 Euro und 2016 bei 49.756 Euro. Die stärkste Altersgruppe der verschuldeten Rentner stellten dabei 2015 und 2016 die 55- bis 65-Jährigen mit 962 und 1.008 Personen. Die wenigsten Schuldner kamen aus der Gruppe der über 70-Jährigen. Zugleich waren diese aber mit durchschnittlich 63.026 Euro (2015) und 57.809 Euro (2016) am höchsten verschuldet.

Die Daten stammen nach Angaben des Sozialministeriums vom Statistischen Bundesamt und beruhen auf freiwilligen Angaben. Sie dürften deshalb nur weitergegeben werden, wenn der Schuldner dem zustimme. Die sächsischen Linken gehen deshalb auch von einer höheren Dunkelziffer aus. Viele Menschen scheuten aus Scham den Gang zu den Beratungsstellen oder glaubten, sie könnten der Überschuldung selbst entkommen, erklärte die Sprecherin für Verbraucherschutz der Linksfraktion, Janina Pfau. Was während der Erwerbstätigkeit noch relativ problemlos zu tilgen war, werde durch den Renteneintritt zum Problem.

Mit Blick auf die Rente bei den Neurentnern verwundere es nicht, dass die Altersarmut und die Verschuldung wachse, sagte Pfau. Erhielten die 1,1 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Sachsen 2016 eine durchschnittliche Altersrente von 1.013,16 Euro, bekamen die rund 47.000 Neurentner im gleichen Jahr nur noch 922,03 Euro.

epd ost mg