Soziales
John: Lebenspartnerschaften für Hetero-Paare öffnen
Berlin (epd). Nach dem Bundestagsbeschluss zur "Ehe für alle" werden nun auch Rufe zur Öffnung eingetragener Lebenspartnerschaften für heterosexuelle Paare laut. Damit könne neben Homosexuellen auch unverheirateten Hetero-Paaren, die die Ehe ablehnen, eine bessere Absicherung ermöglicht werden, schreibt die CDU-Politikerin und Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin, Barbara John, im Berliner "Tagesspiegel" (Sonntag).

Unverheiratete Hetero-Paare würden für ihre Ehelosigkeit einen sehr hohen Preis zahlen, "denn für die wilde Ehe gibt es keinerlei staatliche Absicherung", schreibt John. So gelte der Partner unter anderem im Erb- und Unterhaltsrecht "vor dem Gesetz nur als Fremder, so wie es für Homo-Paare vor der Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft war".

Ebenso wie gleichgeschlechtliche Lebenspartner bräuchten auch heterosexuelle Paare rechtlichen Schutz jenseits der staatlichen Ehevorschriften, schreibt John: "Das könnte grundsätzlich die eingetragene Lebenspartnerschaft leisten. Doch die ist in Deutschland wie in Österreich für Hetero-Paare verboten." In Frankreich könnten hingegen bereits seit 18 Jahren Männer und Frauen solche Bindungen eingehen und vor dem Amtsgericht selbst das Ausmaß gegenseitiger Hilfspflichten bestimmen.

Am Straßburger Menschengerichtshof werde derzeit die Klage eines österreichischen Paares verhandelt, das eine eingetragene Lebenspartnerschaft anstrebe, schreibt John: "Auf das Ergebnis muss Deutschland nicht warten. Es könnte Hetero-Paaren jetzt eine Tür öffnen für staatlichen Schutz unterhalb der Ehe."

epd ost yj