Kirche
EKM: Kirchen müssen sich auf steigendes Grundwasser vorbereiten
Magdeburg (epd). Die Kirchen in Mitteldeutschland müssen sich auf steigende Grundwasserpegel einstellen. Es sei davon auszugehen, dass ansteigendes Grundwasser künftig zunehmen werde und Schäden an den historischen Gebäuden verursachen könnte, sagte die Referentin für Bau der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Susann Bähre, in Magdeburg. Auch durch verbesserte Deichanlagen würden die Grundwasserpegel bei Hochwasser ansteigen. Zudem hätten sich die Starkregenereignisse in den vergangenen Jahren gehäuft. Daraus würden sich auch Probleme für historische Gebäude ergeben, die nicht direkt im Überflutungsbereich der Flüsse stehen. Darauf müssten sich die Kirchengemeinden vorbereiten.

In einem dreijährigen Forschungsprojekt der EKM in Zusammenarbeit mit dem Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V. und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurden die hydrogeologischen Zusammenhänge sowie Strategien zur Vermeidung solcher Wasserschäden untersucht. Zu den Maßnahmen gehörten unter anderem sogenannte Vertikalsperren oder auch Pumpenanlagen, die im Hochwasserfall den Grundwasserpegel niedrig halten, sagte Bähre. Die Empfehlungen sollen in Notfallpläne einfließen. Eine EKM-Handreichung zur Vorbereitung auf den Katastrophenfall wie Hochwasser sei bereits 2015 erschienen.

Die Untersuchungsergebnisse des aktuellen Projektes sollen bei einem Abschlusskolloquium am Donnerstag in Halle präsentiert und erörtert werden. Betrachtet wurden ausgewählte, durch das Hochwasser 2013 an Elbe, Saale und Mulde geschädigte Kirchen. Insgesamt wurden 2013 laut Bähre 45 Kirchen als betroffen gemeldet. Sie wurden sowohl überflutet als auch durch aufsteigende Feuchtigkeit mit dem Grundwasseranstieg beschädigt. Insgesamt wurde von einer Schadenshöhe von etwa 3,3 Millionen Euro ausgegangen. Da einige Maßnahmen noch nicht abgeschlossen wurden, sei die genaue Höhe noch nicht zu benennen.

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland hat rund 4.000 Kirchen und noch einmal so viele Gemeinde- und Pfarrhäuser in Thüringen, Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt in ihrer Verantwortung. Historisch wurden die Kirchen zumeist in höher liegenden Bereichen der Ansiedlungen gebaut. Dennoch gebe es auch zahlreiche Kirchen im flachen Land, die zumindest gefährdet seien, vom Hoch- und Grundwasser erreicht zu werden. Eine genaue Zahl dazu gibt es nicht.

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