Soziales
"Der Olymp" geht nach Berlin und Frankfurt am Main
Bundespräsident zeichnet Schulen und Projekte für kulturelle Bildung aus
Berlin (epd). Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag die Stiftung Brandenburger Tor und die Integrierte Gesamtschule (IGS) Herder aus Frankfurt am Main mit dem Zukunftspreis für Kulturbildung "Der Olymp" ausgezeichnet. Die Stiftung Brandenburger Tor erhielt die von der Kulturstiftung der Länder vergebene Auszeichnung für ihr Programm "Max-Artists in Residence an Grundschulen". Damit wird Künstlern für ein Jahr das Arbeiten mit Schülern an Berliner oder Brandenburger Grundschulen ermöglicht.

Die Integrierte Gesamtschule Herder hat in ihrem Schulprogramm den Lehrbereich "Kulturelle Praxis" für alle Jahrgangsstufen mit jeweils 14 Wochenstunden fest verankert. Dabei wird mit Museen, Theatern, kulturellen Institutionen und Künstlern zusammengearbeitet. Beide Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert.

Erstmalig wurden zudem zwei mit jeweils 2.000 Euro dotierte Sonderpreise für Beiträge aus dem ländlichen Raum vergeben. Die Auszeichnungen gingen an den Verein Avantgarde Schiphorst in Schleswig-Holstein und an die staatliche Regelschule "Franz Kolbe" Auma-Weidatal in Thüringen. Überreicht wurden die Preise bei einem Festakt in Berlin.

Er danke allen, die sich immer wieder so unendlich viel Mühe geben, Kindern den Weg zum kulturellen Olymp zu erschließen, sagte der Bundespräsident in seiner Laudatio. "Und ich glaube: Durch einen solchen Zugang wird jedes Leben reicher, tiefer und schöner", so Steinmeier.

Aber es hätten nicht alle Kinder und nicht alle jungen Menschen das Glück, in einem Umfeld oder in einer Familie aufzuwachsen, wo dieser Zugang gefunden, wo diese Fähigkeiten gelebt werden können. "Deswegen müssen sie - zum Beispiel in Schulen, zum Beispiel in kommunalen Initiativen oder gerade im ländlichen Raum, zum Beispiel in Vereinen - gefördert werden", sagte der Bundespräsident. Wie ideenreich das geschehen kann, werde bei diesem Wettbewerb vor Augen geführt.

Der Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, Markus Hilgert, sagte, freier Zugang zu kultureller Bildung ebne den Weg für gesellschaftlichen Zusammenhalt und schule nachhaltig die Kritikfähigkeit. Die Kulturstiftung sei von der kreativen Vielfalt der insgesamt 350 Bewerbungen um den Preis beeindruckt.

Die Jury würdigte die außergewöhnliche Symbiose, die im Programm "Max - Artists in Residence an Grundschulen" angelegt sei. Hier würden umfassende, langfristige und kontinuierliche Begegnungen zwischen Schülern und Künstlern ermöglicht.

An der IGS Herder in Frankfurt am Main mit ihren 650 Schülern sei man "beeindruckt von der Fülle kulturellen Schaffens", so die Jury. Fest verankert im Curriculum, sei kulturelle Bildung Teil des Schulalltags an der zertifizierten Kulturschule. Im Zentrum stehe die qualitativ hochwertige Arbeit mit einer überwältigenden Vielzahl von externen Partnern.

Für die beiden Hauptpreise waren fünf Schulen und Kulturinstitutionen aus Düsseldorf, Berlin, Alsdorf, Neumünster und Frankfurt am Main sowie eine Städtekooperation aus dem Rhein-Sieg-Kreis nominiert. In die Endrunde des bundesweiten Wettbewerbs mit 350 Anmeldungen, der von der Deutschen Bank Stiftung unterstützt wird, schafften es insgesamt 174 Beiträge. Der Wettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten wird seit 2004 ausgeschrieben.

epd ost mg bue