Umwelt
Braunkohle: Haftbefehle gegen mehrere Baggerbesetzer aufgehoben
Cottbus (epd). Nach der Baggerbesetzung in zwei brandenburgischen Braunkohletagebauen hat das Amtsgericht Cottbus Haftbefehle gegen mehrere Tatverdächtige aufgehoben. Neun der 18 inhaftierten Beschuldigten hätten am Donnerstag Angaben zu ihrer Identität gemacht, die bis zum Nachmittag auch überprüft worden seien, teilte das Amtsgericht am Donnerstag in Cottbus mit. Die Haftbefehle seien deshalb aufgehoben und die Entlassung der Frauen und Männer angeordnet worden.

Weitere Entlassungen würden erwartet, hieß es. Das Gericht sei am Donnerstagnachmittag darüber informiert worden, dass weitere Beschuldigte ebenfalls Angaben zu ihrer Person machen wollten. Mit einer abschließenden Prüfung der Angaben und der Entlassung der Betroffenen sei am Freitag zu rechnen.

Am Montag hatten insgesamt 23 Männer und Frauen in den Tagebauen Jänschwalde und Welzow-Süd in der Niederlausitz über Stunden hinweg zwei Großgerätschaften besetzt. Mit der Aktion protestierten sie eigenen Angaben zufolge gegen die Beschlüsse der Kohlekommission und die Zerstörung weiterer Dörfer durch den Braunkohletagebau. 18 der Beschuldigten hatten zunächst keine Angaben zu ihrer Identität machen wollen und wurden deshalb in Untersuchungshaft genommen.

Den Beschuldigten wird Hausfriedensbruch vorgeworfen. Der Energiekonzern LEAG, der die Tagebaue betreibt, hatte Anzeige gegen die Besetzer erstattet. Hausfriedensbruch kann mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft werden.

Die Besetzungen in Brandenburg sowie eines weiteren Baggers im Tagebau Vereinigtes Schleenhain bei Leipzig waren Teil einer bundesweiten Aktionswoche des Bündnisses "Ende Gelände". Auch Aktivisten der Gruppe "Robin Wood" waren beteiligt.

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