Umwelt
Brandenburg lehnt ersten Antrag auf "Wolfsentnahme" ab
Potsdam (epd). Ein Wolfsrudel, das sich im Landkreis Potsdam-Mittelmark angesiedelt hat, darf nicht getötet werden. Ein entsprechender Antrag sei abgelehnt worden, teilte das Brandenburger Landesumweltamt am Dienstag mit. Es fehlten die nach der neuen Wolfsverordnung nötigen Voraussetzungen dafür.

In Brandenburg ist seit Anfang Februar die Wolfsverordnung in Kraft. Damit soll der Umgang mit sogenannten Problemwölfen geregelt werden. Brandenburg gilt mit dem Regelwerk bundesweit als Vorreiter. Wölfe sind streng geschützte Tiere.

Das Landesumweltamt hatte den Angaben zufolge im vorliegenden Fall über den ersten Antrag eines Nutztierhalters auf Abschuss von Wölfen auf Basis der Wolfsverordnung zu entscheiden. Ein Landwirt aus Potsdam-Mittelmark hatte die Tötung eines ganzen Wolfsrudels gefordert und dies mit zwei Wolfsrissen im März und im Oktober 2017 begründet.

Da die Wolfsverordung jedoch erst am 2. Februar 2018 in Kraft trat, könne diese nicht als Rechtsgrundlage herangezogen werden, begründete das Landesumweltamt die Ablehnung des Antrags. Zudem habe es zu diesem Zeitpunkt auf den Weiden noch keinen wolfssicheren Zaun gegeben. Erst wenn Wölfe mehrfach als wolfssicher anerkannte Zäune überwinden, könne eine "Entnahme" geprüft werden. Die Behörde habe dem Landwirt zudem Unterstützungsmaßnahmen für die Errichtung eines Zauns sowie einen Ausgleich für den Verlust seiner Weidetiere zugesprochen.

Bislang seien bei der Behörde drei Anträge auf eine "Wolfsentnahme" in Brandenburg eingegangen, sagte ein Sprecher des Landesumweltamtes auf epd-Anfrage. Derzeit würden noch zwei offene Anträge geprüft. Nach den engen Vorgaben des internationalen und nationalen Naturschutzrechts können laut der Behörde Eingriffe in die Wolfspopulation nur als Einzelfallentscheidungen erfolgen.

epd ost cxm mg