Kultur
Berliner Museen erhalten wertvolle Sammlung
Berlin (epd). Die Staatlichen Museen zu Berlin haben ein bedeutendes Konvolut aus zwei Gemälden, 46 Zeichnungen und 52 druckgraphischen Werken von Max Beckmann (1884-1950) erhalten. Für die Sammlungen der Nationalgalerie und des Kupferstichkabinetts wurde zudem ein Gemälde von Hans Purrmann (1880-1966) übergeben, teilten die Staatlichen Museen am Mittwoch mit. Zur Verfügung gestellt wurden die Arbeiten von der Kunsthistorikerin und Max Beckmann-Forscherin Barbara Malwine Auguste Göpel (1922-2017).

Sie war die Witwe des Kunsthistorikers Erhard Göpel (1906-1966), dessen Rolle im Nationalsozialismus zutiefst ambivalent war, erklärten die Stattlichen Museen zu Berlin. Göpel sei seit Februar 1942 für den "Sonderauftrag Linz" aktiv am NS-Kunstraub beteiligt gewesen. Zugleich habe er seinen als "entartet" diffamierten Künstlerfreund Max Beckmann vor dem Zugriff der Nationalsozialisten geschützt. Nach 1945 habe er sich mit seiner Gattin in der Forschung zur Kunst der Klassischen Moderne und zum Werk Beckmanns und Purrmanns verdient gemacht.

Den Staatlichen Museen zu Berlin komme bei der Annahme der Werke eine moralisch-ethische Verantwortung zu, hieß es weiter. Zwar habe die eingehende Prüfung des Zentralarchivs bei allen vermachten Arbeiten keinen konkreten Verdacht auf Raubkunst ergeben; viele der Werke habe Göpel direkt von den Künstlern erworben. "Da sich eine lückenlose Provenienzklärung gerade für Arbeiten auf Papier in vielen Fällen aber als schwierig gestaltet, sehen sich die Staatlichen Museen zu Berlin auch weiterhin zu einer sorgfältigen Provenzienzforschung und einem kritischen Umgang mit dem Erbe gemäß der Washingtoner Prinzipien verpflichtet", hieß es weiter.

Die vermachten Werke sollen im Herbst 2018 in einer gemeinsamen Sonderausstellung der Nationalgalerie und des Kupferstichkabinetts gezeigt werden. Auch die Biografie Erhard Göpels soll dabei thematisiert werden.

epd ost cxm mg