Soziales
Bericht: Sächsische Frauenhäuser oft überfüllt
Dresden/Leipzig (epd). Die 14 Frauenhäuser in Sachsen sind einem Zeitungsbericht zufolge zum Teil an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Vor allem die Schutzeinrichtungen in Chemnitz, Dresden und Leipzig seien inzwischen oft überfüllt, berichtet die in Dresden erscheinende "Sächsische Zeitung" (Dienstag). Im Jahr 2016 suchten laut dem Bericht mehr als 1.900 Frauen und knapp 150 Männer Zuflucht in den Schutzräumen. Die Zahlen für das vergangene Jahr liegen demnach noch nicht vollständig vor.

Ein Grund für die hohen Belegungszahlen ist laut dem Bericht der seit 2015 stark gestiegene Anteil an Migranten in den Einrichtungen. Dieser Trend habe sich 2017 weiter fortgesetzt, berichtet das Blatt unter Berufung auf das sächsische Ministerium für Gleichstellung und Integration. Zum anderen sei die Zahl der Plätze in den Frauenhäusern seit 2009 von 300 auf 220 gesunken.

Landesintegrationsministerin Petra Köpping (SPD) sagte der Zeitung, sie sei sich "der Problematik einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung des Hilfesystems bewusst". Der Freistaat habe seine Fördermittel in den vergangenen Jahren "erheblich erhöht", fügte sie hinzu. Eine weitere Optimierung sei jedoch auch an "die Bereitschaft der Landkreise und Kommunen zur Kofinanzierung gebunden", sagte Köpping.

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