Umwelt
MV: Neue Ansiedlungen der Schreiadler
Schwerin, Hamburg (epd). In den vergangenen zwei Jahren wurden in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben der Deutschen Wildtier Stiftung etwa 20 neue Ansiedlungen von Schreiadlern entdeckt. Dabei wurden sowohl zuvor aufgegebene Brutgebiete wiederbesiedelt als auch neue Lebensräume erschlossen, teilte die Stiftung mit. Es müsse aber abgewartet werden, ob sich daraus stabile Brutpaare für die Zukunft entwickeln, sagte Wolfgang Scheller, Koordinator der Schreiadler-Zählungen in Mecklenburg-Vorpommern. "Die Gefahr, dass neubesiedelte Lebensräume nach kurzer Zeit wieder aufgegeben werden, ist groß."

Derzeit befinden sich die Schreiadler auf ihrem Rückflug über den afrikanischen Kontinent, um Anfang April ihre Brutgebiete in Deutschland zu erreichen. Viele fliegen auch weiter ins Baltikum. Ihre Zugroute verläuft aus dem Süden Afrikas entlang des ostafrikanischen Grabens über den Suezkanal, Israel und die Türkei nach Europa. Auf der Internetseite www.schreiadler.org kann der 10.000 Kilometer lange und gefahrvolle Zug der kleinsten in Deutschland brütenden Adlerart mitverfolgt werden.

Trotz der neuen Ansiedlungen registrieren Vogelkundler nach Angaben der Wildtier Stiftung in den meisten deutschen Brutgebieten eine weitere Verschlechterung der Lebensbedingungen. Notwendig seien mehr als vereinzelte Schutzprojekte. Dies werde aber erst gelingen, wenn Landwirte und Förster mit Natur- und Artenschutz ein Einkommen erzielen könnten.