Umwelt
Bei Schneverdingen in Niedersachsen hat Ameisenexperte Joerg Beck im Zentrum "Walderlebnis Ehrhorn" gemeinsam mit Foerstern das nach seinen Worten "groesste Ameisengehege Deutschlands" angelegt (Foto vom 06.07.2017: Waldameise).
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Umweltverband: Beim Insektenschutz ist jeder gefragt
Bremen (epd). Zum Jahreswechsel ermutigt der Bremer Landesverband des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) jeden Einzelnen, mehr zum Schutz von Insekten zu tun. "Wir alle sind gefragt, durch bewusstes persönliches Handeln und durch Unterstützung diverser Schutzmaßnahmen, die Insektenwelt auch im Interesse der Bestäubung unserer Pflanzenwelt zu erhalten", sagte Geschäftsführer Martin Rode.

Im Garten und auf dem Balkon ließen sich Insekten mit möglichst vielen blühenden Blumen-, Kräuter- oder Gemüsesorten fördern, raten die Umweltschützer. Wer auf Dünger und Pestizide verzichte und Wildblumen wachsen lasse, könne sich im Sommer über Hummeln, Schmetterlinge und Grashüpfer freuen.

Von der Politik fordert der Verband als wichtigste Schutzmaßnahmen die deutliche Reduktion der Pestizidmenge, das Verbot von bienengefährlichen Wirkstoffen wie Neonikotinoide und von Ackergiften wie Glyphosat. Außerdem müssten wichtige Lebensräume wie Blühwiesen, Feldraine, Hecken und Streuobstwiesen geschützt und neu geschaffen werden.

Bei zwei Treffen der Umweltministerkonferenz in den zurückliegenden Monaten in Bremen diskutierten die Politiker auch über das Insektensterben. Ihnen lagen alarmierende Daten des Bundesamtes für Naturschutz zur Gefährdung von Insekten vor.

So sei fast die Hälfte der 8.000 Arten, die auf der Roten Liste stünden, entweder bestandsgefährdet, extrem selten, verschollen oder bereits ausgestorben. Hauptursache für diese Entwicklung sei die intensive Landwirtschaft mit Schadstoffen in Böden und Wasser, Pflanzengiften und dem Verlust von Lebensräumen.

In diesem Zusammenhang gibt es aber auch gute Nachrichten. So hat sich die Zahl der pestizidfreien Kommunen bundesweit nach Angaben des BUND im vergangenen Jahr mehr als verfünffacht. Verzichteten im Dezember 2017 deutschlandweit 90 Städte und Gemeinden bei der Pflege ihrer Frei- und Grünflächen auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, seien es aktuell mehr als 460.

Der Verband verzeichnet die entsprechenden Kommunen seit Anfang Dezember 2017 in einer interaktiven Online-Karte. Bremen taucht darauf als "pestizidsensible" Kommune auf. Der BUND zitiert die Naturschutzbehörde mit den Worten, der Einsatz von Pestiziden solle generell vermieden werden. Nur bei etwa starkem Befall von Rhododendron werde ein Einsatz diskutiert. Die Bremer Straßenbahn verzichte auf Glyphosat. (0115/30.12.18)