Umwelt
Umweltschützer warnen vor Silvester-Böllerei
Bremen (epd). Aus Rücksicht auf Menschen, Tiere und Umwelt sollte das Silvesterfeuerwerk nach Auffassung von Naturschützern eingeschränkt oder gleich ganz gestrichen werden. "Der Rauch der abgebrannten Feuerwerkskörper belastet die Luft nicht nur mit zahlreichen Chemikalien, sondern auch mit gesundheitsschädlichem Feinstaub", warnte am Donnerstag Katja Muchow vom Bremer Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Staubpartikel enthielten giftige Schwermetalle und könnten zu Atemwegserkrankungen wie Asthma führen oder sogar Krebs auslösen.

Der BUND zitierte das Umweltbundesamt, demzufolge jedes Jahr zu Silvester rund 4.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt werden. Allein diese Menge entspreche in etwa 15 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge.

An Neujahr sei die Feinstaubkonzentration vielerorts über mehrere Stunden lang um mehr als das Hundertfache erhöht, führte Muchow aus. Der EU-Grenzwert für Feinstaub werde bereits am ersten Tag des Jahres das erste Mal überschritten. Überdies belaste der Lärm Menschen und vor allem Tiere. Starke Detonationen könnten den Orientierungssinn der Tiere beeinträchtigen oder sogar Schockzustände auslösen.

Der Müll belaste Boden und Grundwasser ebenso wie Flüsse und Küstenbiotope. Wer das Feuerwerk weder einschränken noch ganz darauf verzichten will, sollte Muchow zufolge wenigstens den Silvestermüll ordnungsgemäß entsorgen: "Damit er am Ende nicht im Meer landet und dort die Müllstrudel weiter vergrößert."

Auch das Umweltbundesamt rät auf seiner Internetseite: "Wenn Sie zur Verminderung der Feinstaubbelastung in der Silvesternacht beitragen möchten, können Sie Ihr persönliches Feuerwerk einschränken oder sogar ganz darauf verzichten. Das hilft nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Umwelt, verursacht weniger Müll und reduziert den Energieaufwand, der bei der Herstellung der Feuerwerkskörper erheblich ist." (0247/20.12.18)