Umwelt
Eine Plastiktuete treibt in der Ostsee vor Nienhagen
© epd-bild/Stefan Arend
Studie: Plastikmüll im Meer durch Infrarot-Licht zu identifizieren
Oldenburg (epd). Im Meer treibender Plastikmüll könnte jüngsten Forschungen zufolge künftig automatisch von Flugzeugen, Drohnen oder Satelliten geortet werden. Plastik lasse sich wegen bestimmter Eigenschaften des reflektierten infraroten Lichtes eindeutig identifizieren, sagte die Meeresbiologin Shungudzemwoyo Garaba von der Universität Oldenburg am Montag. Für Aufräumaktionen, aber auch um Menge und Verbreitung der Partikel zu bestimmen, sei eine Fernerkundung äußerst nützlich.

Große Müllpartikel wie Geisternetze oder Plastikkisten seien zwar auch auf Fotos meist gut zu erkennen sind, sagte Garaba: "Es ist aber manchmal schwierig, sie von Algen, Holzplanken, Licht-Spiegelungen oder Wellen zu unterscheiden. Grüne Plastikteile können zum Beispiel mit Algen verwechselt werden, weißes Treibgut mit der Gischt von Wellen oder mit Lichtreflexionen. Das infrarote Licht, das an der Oberfläche schwimmende Plastikpartikel zurückwerfen, unterscheide sich jedoch deutlich von anderen Reflexionen.

Die Forscher um Garaba analysierten Aufnahmen und Messdaten der Organisation "The Ocean Cleanup". Diese unternahm 2016 Aufklärungsflüge über dem großen pazifischen Müllstrudel zwischen Kalifornien und Hawaii, um die Plastikmenge dort zu bestimmen. An Bord des Forschungsflugzeugs befand sich neben gewöhnlichen optischen Kameras auch ein Infrarot-Sensor. (9158/19.11.18)