Kultur
Dauerausstellung im Museum Friedland
© epd-bild/Hubert Jelinek
Neues Buch beleuchtet Geschichte des Lagers Friedland
Friedland, Hamburg (epd). Ein neues Buch beleuchtet die wechselvolle Geschichte des Grenzdurchgangslagers Friedland bei Göttingen. Autor des Bandes "Heimatlos. Friedland und die lagen Schatten von Krieg und Vertreibung" ist der Historiker Christopher Spatz, wie der Ellert & Richter Verlag in Hamburg mitteilte.

Das Lager Friedland bei Göttingen wurde im September 1945 auf Anordnung der britischen Armee als erste Anlaufstelle für Flüchtlinge und Vertriebene in Deutschland eingerichtet. In den folgenden Jahrzehnten kamen neben den heimkehrenden deutschen Kriegsgefangenen auch Spätaussiedler sowie Flüchtlinge aus zahlreichen Ländern im Lager an.

Seit 2011 ist Friedland eine der Erstaufnahmen des Landes Niedersachsen für Asylsuchende. Flüchtlinge aus sogenannten humanitären Aufnahmeprogrammen wie etwa aus Syrien werden ebenfalls in dieser Einrichtung registriert und dann auf andere Bundesländer weiter verteilt. Bislang haben insgesamt rund 4,5 Millionen Menschen das oft sogenannte "Tor zur Freiheit" passiert. Mehrere Hilfswerke wie die Innere Mission und der Caritas-Verband helfen bei der Betreuung der Flüchtlinge.

Teile des Lagers und der historische Friedländer Bahnhof aus dem Jahr 1890 wurden zu einem zeitgeschichtlichen Museum umgebaut, das im Frühjahr 2016 eröffnet wurde. Niedersachsen hatte dafür insgesamt rund 20 Millionen Euro investiert.

Autor Spatz promovierte 2015 in Berlin zur Identität der ostpreußischen Wolfskinder. Das Buch enthält zudem zahlreiche zeitgeschichtliche Aufnahmen des Fotografen Fritz Paul. (6058/26.11.18)