Ethik
In einer Fluechtlingsunterkunft in Duesseldorf ist am 07.06.16 ein Grossbrand ausgebrochen.
© epd-bild / Christoph Goettert
Feuer in Flüchtlingsheim: Bewohner hat Tat gestanden
Celle (epd). Nach dem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft in Celle konzentrieren sich die Ermittlungen weiter gegen einen Bewohner der Einrichtung. Dem 44-Jährigen werde schwere Brandstiftung zur Last gelegt, sagte eine Polizeisprecherin am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er soll in der Nacht zu Sonnabend im ersten Stockwerk des Gebäudes Gegenstände angezündet haben, bei dem Feuer wurden sieben Menschen leicht verletzt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Mann inzwischen gestanden, mit einem Feuerzeug eine Matratze mit Bettdecke angezündet zu haben. Anschließend hätten sich die Flammen auf den Fußbodenbelag, Fensterrahmen, Türen und Wände ausgedehnt. Als Motiv habe der Beschuldigte angegeben, "aufgrund der beengten Unterbringung durchgedreht zu sein", sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde der "Celleschen Zeitung" (Montag). Infolge des Lärms sowie des Alkohol- und Drogenkonsums in der Einrichtung sei er nicht mehr zur Ruhe gekommen.

In dem Verfahren würden in den nächsten Tagen weitere Zeugen vernommen, fügte die Polizeisprecherin hinzu. Der Beschuldigte war auf dem Gelände des Wohnheims zunächst vorläufig festgenommen worden, seit Sonntag sitzt er in Untersuchungshaft.

Durch das Feuer hatten sich nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft extreme Hitze und Rauch entwickelt, mindestens sechs Bewohner und ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hätten durch das Rauchgas leichte Verletzungen erlitten. Rauchmelder hatten die Bewohner auf das Feuer aufmerksam gemacht. Sie verließen teilweise selbst das Gebäude. Etwa 25 weitere Bewohner wurden mit Hilfe des Sicherheitsdienstes, der Feuerwehr und anderer Hilfsorganisationen aus dem Gebäude evakuiert.

Die Geretteten wurden in der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig beziehungsweise bei nahen Angehörigen untergebracht. Insgesamt waren etwa 150 Helfer im Einsatz. In der der Unterkunft leben rund 170 Geflüchtete. An dem früher als Kaserne genutzten Gebäude entstand durch das Feuer Sachschaden in Höhe von mehreren Zehntausend Euro. (9052/19.02.18)