Soziales
Der Lueneburger Gesundheitspsychologe Dirk Lehr sitzt am 05.07.2018 entspannt in einem Gartenstuhl an seinem Arbeitsplatz, der Leuphana Universitaet Lueneburg.
© epd-NDS / epd-bild/Karen Miether
Apps sollen Urlaubserholung in den Alltag bringen
Lüneburg (epd). Damit der Urlaub lange nachwirkt, haben Forscher aus Deutschland und Finnland eine "Holidaily App" entwickelt. Die vorläufigen Ergebnisse zeigten gegenüber einer Vergleichsgruppe, dass bei den Nutzern der App der Erholungswert länger anhalte, sagte der Gesundheitspsychologe Professor Dirk Lehr von der Leuphana Universität Lüneburg. "Wir können guten Gewissens sagen, dass Holidaily helfen kann."

Für viele der mittlerweile mehreren Hundert Teilnehmer sei es ein großes Thema, negativ kreisende Gedanken an die Arbeit zu reduzieren, sagte Lehr. "Begonnen haben wir mit einer ersten Version 2016. Die Studie mit der zweiten Version läuft noch." Die per Smartphone oder Tablet abrufbaren Urlaubsbegleiter "Holidaisy" und "Holidave" unterstützten gestresste Berufstätige mit kleinen Übungen dabei, in den Ferien Abstand zu gewinnen.

Forscher aus den USA hätten Erlebnisqualitäten für Erholung definiert, die in die App eingeflossen seien, erläuterte der Wissenschaftler. Dazu gehörten Entspannung, Herausforderungen oder Gedankenfreiheit. "Zur Entspannung trägt weiterhin bei, dass ich im Urlaub selbstbestimmt handeln und eine Radtour einfach mal abkürzen kann, wenn ich das will."

Schon vor dem Urlaub könnten Menschen dessen Erholungswert beeinflussen, sagte Lehr. "Zum Beispiel kann ich mir eine Playlist mit Musik für die Reise zusammenstellen. Das weckt Vorfreude." Dienstliche Mails sollten während der freien Zeit nicht in den allgemeinen Posteingang laufen, wo dann immer ein Signal aufpoppe, empfiehlt er. "Zum Ende des Urlaubs kann ich mir noch ein besonderes Highlight legen, sonst denke ich schon zu bald wieder an die Arbeit." Im Rahmen des von der Krankenkasse "Barmer" geförderten Forschungsprojektes können Interessierte die "Holidaily 2.0 App" derzeit noch kostenlos nutzen. (2046/12.07.18)