Soziales
Vorstandschef Horst Rühl verlässt Diakonie Hessen
Frankfurt a.M. (epd). Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Horst Rühl, gibt seinen Posten auf. "Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen bezüglich der strategischen Neuaufstellung des Landesverbandes" hätten sich Rühl und der Aufsichtsrat einvernehmlich darauf geeinigt, die Zusammenarbeit zum 15. Oktober 2018 zu beenden, teilte die Diakonie am 28. September in Frankfurt am Main mit. Der 1958 in Kassel geborene Theologe und Diakoniewissenschaftler stand erst seit Mai 2016 an der Spitze des größten Wohlfahrtsverbandes in Hessen. Die Leitung werde bis zur Neuwahl eines neuen Vorsitzenden von den verbleibenden Vorständen Wilfried Knapp und Harald Clausen wahrgenommen.

"Dieser Schritt fällt mir nicht leicht", sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende. "Aber für die weiteren Etappen auf dem Weg zur Neuaufstellung der Diakonie Hessen ist die getroffene Entscheidung für beide Seiten die richtige." Der Aufsichtsratsvorsitzende Joachim Bertelmann dankte Rühl für seinen Einsatz. "Er hat dem Verband wichtige und nachhaltige Impulse gegeben - dafür gebührt ihm unser Respekt."

Die Diakonie Hessen stehe im Zuge der strategischen Neuaufstellung vor richtungsweisenden Entscheidungen, hieß es. Aktuell befasse sie sich etwa mit der Ausgliederung der Regionalen Diakonischen Werke auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Das Ziel der Diakonie Hessen laute, als Werk der beiden evangelischen Kirchen in Hessen und Verband der Wohlfahrtspflege in Zukunft noch stärker für ihre Mitglieder wirken zu können.

Rühl gehörte dem Leitungsgremium der Diakone Hessen bereits seit 2013 als theologischer Vorstand an. Von 2012 bis 2013 war er Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck, das mit dem Diakonischen Werk in Hessen und Nassau zur Diakonie Hessen fusionierte.

Rühl studierte Theologie in Göttingen, Heidelberg und Mainz und trat 1986 die Pfarrstelle an der Marienkirche in Hanau an. Hier war er zugleich seit 1991 Gründungsvorsitzender einer diakonischen Stiftung, bevor er 2007 Vorsteher des Waldeckschen Diakonissenhauses Sophienheim in Bad Arolsen wurde. Von 2006 bis 2009 absolvierte Rühl berufsbegleitend den Studiengang Diakoniewissenschaft, den er mit dem Master abschloss.

Die Diakonie Hessen ist 2013 aus der Fusion des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau und des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck hervorgegangen. Sie ist Mitglieder- und Trägerverband für das evangelische Sozial- und Gesundheitswesen und als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen, Rheinland-Pfalz und im thüringischen Schmalkalden tätig. Die Diakonie Hessen und ihre Mitglieder haben zusammen rund 39.000 Mitarbeitende.

Internet: www.diakonie-hessen.de

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