Politik
Stadt Marburg will Flüchtlingen "sicheren Hafen" bieten
Marburg (epd). Die Stadt Marburg hat sich angeboten, die 32 schiffbrüchigen Flüchtlinge aufzunehmen, die das Schiff "Sea Watch 3" kurz vor Weihnachten im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet hat. Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD) habe deshalb kurz nach Weihnachten einen Brief an Innenminister Horst Seehofer geschrieben, teilte die Stadt am 3. Januar mit. Insgesamt hätten sich rund 30 deutsche Städte und mehrere Bundesländer bereiterklärt, einen "sicheren Hafen" für die Frauen, Männer und Kinder zu bieten.

"Nach unserer Überzeugung und dem geltenden Recht müssen Menschen, die in Seenot geraten, gerettet werden - egal, aus welchen Gründen sie auf dem Meer sind", schrieb Spies. "Bei allen Schwierigkeiten und Herausforderungen, die die Integration mit sich bringt, handelt es sich im konkreten Fall zudem um eine verschwindend geringe Zahl von Frauen, Männern und Kindern, die in großer Gefahr sind."

Spies bat laut Stadt den Innenminister, die Aufnahme der Geretteten in Deutschland zu ermöglichen und sie der Stadt Marburg zuweisen zu lassen. Es entspreche den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung und dem humanitären Gesicht der Stadt, "dass wir solche Menschen aufnehmen". In Marburg bestehe ein Netzwerk von rund 1.500 ehrenamtlichen Helfern.

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