Ethik
Promi-Sportler für Widerspruch bei Organspende
Frankfurt a.M. (epd). Mehr als hundert prominente Sportler haben an die Mitglieder des Deutschen Bundestags appelliert, für die sogenannte Widerspruchslösung bei der Organspende einzutreten. "Stoppen Sie den Tod auf der Warteliste!", lautet die Überschrift eines am 28. September publizierten offenen Briefes, der unter anderen von Franziska van Almsick, Heiner Brand, Timo Boll, Henry Maske, Felix Neureuther, Karl-Heinz Rummenigge, Matthias Steiner, Isabell Werth und Kristina Vogel unterschrieben worden ist.

Mit dem Schreiben will der Verein "Sportler für Organspende" (VSO) den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn CDU) für die Einführung der Widerspruchslösung und ein neues Organspende-Gesetz unterstützen. Der VSO war 1998 vom früheren Tischtennisspieler, Sporthilfe-Chef und Opel-Vorstand Hans Wilhelm Gäb (Hofheim) und Leichtathletik-Olympiasieger Hartwig Gauder (Erfurt) gegründet worden. Gäb hat eine neue Leber und Gauder ein neues Herz.

Derzeit gilt in Deutschland die Entscheidungslösung: Nur wer seinen Willen beispielsweise im Organspendeausweis dokumentiert hat, kommt für eine potenzielle Spende in Frage. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation ist die Zahl der gespendeten Organe seit 2010 um etwa 40 Prozent gesunken. Allein im vergangenen Jahr hätten in Deutschland mehr als 10.000 Patienten auf ein Spenderorgan gewartet. Dem standen 2.594 gespendete Organe gegenüber.

Internet: www.vso.de

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