Politik
Landesvorstand der AfD-Hessen zeigt Eintracht-Chef Fischer an
Frankfurt a.M. (epd). Der Landesvorstand der AfD Hessen hat am 3. Januar Strafanzeige gegen den Präsidenten des Fußballvereins Eintracht Frankfurt, Peter Fischer, wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gestellt. "Wir hätten gern auf diesen Schritt verzichtet. Aber die völlig inakzeptablen Bezeichnungen wie 'braune Brut' und 'Nazis' von Herrn Fischer, die sich gegen alle AfD-Wähler und damit auch gegen uns richten, können und dürfen so nicht beibehalten werden", sagte Sprecher Klaus Herrmann.

Sein Sprecherkollege Robert Lambrou trage die Anzeige mit, setze jedoch trotz des von Fischer mehrfach abgelehnten Gesprächsangebots weiter auf einen Dialog, heißt es in der Mitteilung des AfD-Landesvorstandes weiter. "Wir sind immer noch der Meinung, dass dieser Konflikt am Ende in einem persönlichen Gespräch beigelegt werden kann. Dazu sind wir weiter bereit", sagte Lambrou. Peter Fischer werde sich zu der Anzeige bis zur Eintracht-Mitgliederversammlung am 28. Januar nicht äußern, sagte eine Eintracht-Sprecherin dem epd.

Vorausgegangen war ein öffentlicher Schlagabtausch des Eintracht-Bosses mit der AfD Hessen. Zunächst hatte Fischer in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt: "Es verträgt sich nicht mit unserer Satzung, AfD zu wählen. Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt." Nach Kritik aus der AfD beharrte er in einem Gespräch mit dem Hessischen Rundfunk auf seiner Position: "Es gibt für die braune Brut keinen Platz. Solange ich da bin, wird es keine Nazis bei Eintracht Frankfurt geben."

Fischer erhielt für seine Aussagen zu der Partei auch Rückendeckung von dem Landesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen, Enis Gülegen. Die Kritik des Eintracht-Präsidenten an der AfD und dem Rechtspopulismus sei "das schönste Tor des Jahres" 2017.

epd lmw ds all