Kirche
EKKW-Vizepräsident rechnet mit deutlicher Zäsur bei Kirchensteuereinnahmen
Kassel (epd). Der Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Volker Knöppel, rechnet in fünf bis zehn Jahren mit einer deutlichen Zäsur bei den Kirchensteuereinnahmen. Grund dafür sei das Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge um den Jahrgang 1955 aus dem Berufsleben, sagte er in einem Interview des am 28. September erschienenen Magazins "Blick in die Kirche". Diese Lücke werde nicht durch ein Nachziehen jüngerer Menschen kompensiert. "Das wird ganz deutliche Folgen für die Einnahmesituation unserer Landeskirche haben", prognostizierte er.

Seit 2010 habe es trotz sinkender Mitgliederzahlen eine positive Entwicklung bei den Kirchensteuereinnahmen gegeben, so Knöppel weiter. Grund dafür seien die positive wirtschaftliche Entwicklung und die gute Lage am Arbeitsmarkt gewesen. Sollte es zu dramatischen Veränderungen in der globalisierten Welt kommen, würde man dies auch in Deutschland spüren. Solche Entwicklungen hätten ebenfalls schnell Auswirkungen auf die Kirchensteuer.

Derzeit zahlten etwa ein Drittel aller Gemeindemitglieder Kirchensteuer, die erst ab einem Jahreseinkommen von 9.000 Euro bei Ledigen und 18.000 Euro bei Verheirateten fällig werde, erläuterte Knöppel. Personengruppen wie etwa Rentner mit geringer Versorgung oder Arbeitslose, Studenten und Kinder müssten keine Steuern zahlen. Der Bemessungssatz für die zahlenden Mitglieder liege bei neun Prozent der Einkommensteuer.

Obwohl künftig in allen Bereichen gespart werden müsse, werde ein flächendeckendes Pfarrstellennetz erhalten bleiben, betonte Knöppel. Außer bei der Kinder- und Jugendarbeit werde sich allerdings jeder Bereich der kirchlichen Arbeit auf weniger Geld und weniger Personal einstellen müssen. Die Synode habe 2015 einen Ausgabenabbau um 25 Prozent bis 2026 beschlossen. "In einer Gesellschaft, die kleiner wird, darf auch die Kirche kleiner werden", sagte Knöppel.

Internet: www.blick-in-die-kirche.de

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