Politik
Bouffier würdigt Verdienste von Fritz Bauer
Wiesbaden (epd). Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat die Verdienste des früheren hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer (1903-1968) gewürdigt. "Fritz Bauers Engagement um die Verfolgung von NS-Verbrechern ist beispielhaft, er war ein mutiger Streiter für die Gerechtigkeit", erklärte Bouffier am 29. Juni in Wiesbaden anlässlich von Bauers 50. Todestag am 1. Juli. Sein Name sei untrennbar mit dem Auschwitzprozess verbunden und mit der juristischen Aufarbeitung des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte. "Fritz Bauer ist es zu verdanken, dass einige der Täter, die in dem Vernichtungslager unzählige Menschen töteten, folterten und demütigten, nicht ungeschoren davonkamen", betonte Bouffier.

Von 1963 bis 1965 hatte auf Bauers Bestreben hin in Frankfurt der erste Auschwitzprozess gegen ehemaliges Personal des Vernichtungslagers stattgefunden. Diesem waren weitere Verhandlungen gegen ehemalige SS-Angehörige gefolgt, die an den Massenmorden in Auschwitz beteiligt gewesen waren. Dabei ist es Bauer nach Bouffiers Worten nicht um Rache oder Vergeltung gegangen, "sondern darum, die Vergangenheit durchsichtig zu machen, wie er es einst selbst sagte".

Der Auschwitzprozess sei ein "historischer Wendepunkt" gewesen, sagte Bouffier. Er habe die Deutschen mit ihrer NS-Vergangenheit konfrontiert. Anstelle des Verdrängens seien nach und nach die Erinnerungskultur und die Einsicht getreten, dass es etwas wie den Holocaust nie wieder geben dürfe.

Aus Anlass des 50. Todestages von Fritz Bauer findet am 1. Juli in der Frankfurter Paulskirche eine Gedenkveranstaltung statt. Dazu werden unter anderen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Jenaer Historiker Norbert Frei erwartet. Am 2. und 3. Juli organisiert das Frankfurter Fritz-Bauer-Institut eine Tagung "Fritz Bauer und die 68er. Verbindendes und Trennendes". Sie findet auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt.

Internet: staatskanzlei.hessen.de, www.fritz-bauer-institut

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