Kultur
Würzburger Kulturspeicher zeigt Werke von Emy Roeder
Würzburg (epd). Das städtische Würzburger Museum im Kulturspeicher zeigt ab dem 1. Dezember Werke einer der berühmtesten kunstschaffenden "Töchter" der Stadt: Emy Roeder (1890-1971). Sie gilt als eine der profiliertesten Bildhauerinnen des 20. Jahrhunderts, die in einer "bemerkenswerten Konsequenz" eine eigene figürliche Bildsprache entwickelt habe, heißt es in der Ankündigung der neuen Ausstellung "Das Kosmische allen Seins".

Im Kulturspeicher wird der Nachlass der gebürtigen Würzburgerin aufbewahrt. In der Schau werden 78 Skulpturen und mehr als 100 Zeichnungen Roeders Schaffensweg und Biografie erzählen.

Eines ihrer bekanntesten Werke ist die "Schwangere", die von Roeders Auseinandersetzung mit dem Expressionismus zeuge, hieß es weiter. Eine Terrakotta-Version der Skulptur wurde 1937 von den Nationalsozialisten in der Schau "Entartete Kunst" gezeigt - und Roeders Schaffen dadurch zu schmähen versucht. Die Künstlerin befand sich zu dieser Zeit für ein Stipendium in Florenz. Dank Hilfe von Freunden schaffte sie es, den ganzen Zweiten Weltkrieg über dort in der Emigration zu verbringen. Nach Kriegsende lebte und arbeitete sie in Mainz, wo sie bis zu ihrem Tod blieb. Bestattet ist Roeder in der Familiengruft auf dem Würzburger Hauptfriedhof.

Die Ausstellung, die bis zum 10. März kommenden Jahres zu sehen ist, wird von zahlreichen Führungen und Veranstaltungen begleitet - etwa einer Lesung am 13. Januar aus dem Briefwechsel Emy Roeders mit dem Maler Hans Purrmann. Zudem wird am 30. Januar, dem Geburtstag der Künstlerin, an sie erinnert mit einem Konzert mit Musik der Avantgarde aus Roeders Zeit im Berlin der 1930er Jahre. (01/4115/23.11.2018)

epd lbm dsq mu-