Ethik
Spahn: Organspende ist "Akt der Nächstenliebe"
Passau (epd). Für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist Organspende "Im christlichen Sinn immer auch ein Akt der Nächstenliebe". Der Politiker verteidigte in der "Passauer Neuen Presse" seinen Vorstoß zur sogenannten Widerspruchslösung, bei der jeder automatisch zum Organspender wird, wenn er nicht ausdrücklich widerspricht. Er habe Verständnis für das Unbehagen vieler Menschen zu seinem Vorschlag, sagte Spahn, die Widerspruchslösung sei ein Eingriff in die persönliche Freiheit: "Aber ich bin davon überzeugt, der ist notwendig."

Wenn es 10.000 Menschen gebe, die auf ein Organ hoffen und warten, und es die Chance gebe, Leben zu retten und zu verlängern, "darf uns das nicht gleichgültig sein". Er wünsche sich nicht nur zu diesem Thema eine kontroverse Debatten, erläuterte der Bundesgesundheitsminister. "Sie sollten aber für den Alltag der Bürgerinnen und Bürger relevant sein und konkret werden." Solche kontroversen Debatten müsse man auch aushalten können. Er habe etwa beim Thema Organspende auch lange mit sich selbst gerungen, räumte der Unionspolitiker ein.

Spahn hatte sich Anfang September dafür ausgesprochen, die Voraussetzungen für eine Organentnahme zu lockern und damit eine kontroverse ethische Debatte entfacht. Nur mit der Widerspruchslösung könne die Organspende zum Normalfall werden. In Deutschland gilt bislang die sogenannte Entscheidungslösung, so dass eine Entnahme nur möglich ist, wenn eine Zustimmung vorliegt.