Kirche
Regionalbischof: Kirche muss stärker auf Menschen zugehen
Augsburg (epd). Der Augsburger evangelische Regionalbischof Michael Grabow hat die Kirche dazu aufgefordert, auch auf Menschen außerhalb kirchlicher Gemeinden stärker zuzugehen. Viele Bürger suchten Antworten auf grundlegende Fragen wie Existenz und Lebensführung - jedoch längst nicht mehr nur bei den christlichen Kirchen, "sondern auf einem weiten, weltanschaulichen Markt", schrieb Grabow in seinem Pfingstbrief an die kirchlichen Mitarbeiter im Kirchenkreis Augsburg und Schwaben.

"Für mich wird immer deutlicher, dass wir hinausgehen müssen zu den Menschen und ihnen zuhören", betonte Grabow darin und forderte: "Vielleicht sollten wir öfter auch mal an Orte gehen, die keinen kirchlichen Stallgeruch haben, um dieses Hören-Lernen zu erproben." Eine Möglichkeit dafür seien Gottesdienste, die im Zusammenhang mit kommunalen oder gesellschaftlichen Ereignissen stattfänden. Diese seien eine Chance, "Ereignisse spirituell zu begleiten, die für die Bürgergemeinde wichtig sind", meinte Grabow.

Der Regionalbischof ermahnte in seinem Pfingstbrief die Kirche auch dazu, Partei zu nehmen, "insbesondere für die Schwachen und Benachteiligten". Grabow sprach in diesem Zusammenhang das "Erstarken rechtspopulistischer bis rechtsextremer Parteinen und Gruppierungen, Hetze und Gewalt gegen Fremde, ein Erstarken des Antisemitismus" an. Er erinnerte daran, "dass wir als Kirche denen entgegentreten müssen, die Menschenwürde mit Füßen treten und Hass und Ausgrenzung propagieren". (00/1622/14.05.2018)

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