Soziales
Ministerin Huml fordert Tarifsystem in Altenpflege
Nürnberg, München (epd). Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) fordert, dass Altenpfleger so bald wie möglich nach Tarif bezahlt werden. "Unsere Wertschätzung für die Beschäftigten in der Altenpflege muss sich auch beim Gehalt widerspiegeln", sagte sie laut Mitteilung bei einer Fachtagung in Nürnberg. Im Berliner Koalitionsvertrag sei vereinbart worden, dass Tarifverträge in der Altenpflege flächendeckend eingeführt werden. Dies müsse nun zügig geschehen.

Die Pflegekräfte seien eine unverzichtbare Stütze der Gesellschaft, betonte Huml. "Ihre Arbeit wird mit Blick auf die demografische Entwicklung zukünftig noch an Bedeutung gewinnen." Es müsse das gemeinsame Ziel sein, den Pflegeberuf attraktiv zu gestalten. Am Mittwoch hatte bereits die SPD gefordert, dass es vor allem in den Sozialberufen wie bei Erziehung und Pflege Tarifbindung brauche. Dafür schlug SPD-Landeschefin Natascha Kohnen einen "Branchentarifvertrag Soziales" vor.

Hintergrund der SPD-Forderung war die Vorstellung der Studie "Tarifverträge und Tarifflucht in Bayern" vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung und vom Deutschen Gewerkschaftsbund in Bayern am Mittwoch in München. Aus ihr ging hervor, dass nur noch knapp die Hälfte der Arbeitnehmer in Bayern (53 Prozent) nach Tarif bezahlt wird. Damit ist der Freistaat unter den westdeutschen Bundesländern Schlusslicht. Durchschnittlich gibt es in Westdeutschland eine Tarifbindung von 59 Prozent. (01/1950/14.06.2018)

epd lbm cr dsq