Soziales
Diakonievorstand fordert mehr Zeit für Pflegeberatung
Neuendettelsau (epd). Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Neuendettelsau, Mathias Hartmann, kritisiert das Kapitel Pflege im Koalitionsvertrag der kommenden Bundesregierung. Wichtigen Bereiche in der Pflege werde zu wenig Zeit eingeräumt. So würden Beratung und Absprachen zwischen Pflegepersonal, Angehörigen und Pflegebedürftigen zu kurz kommen, sagte Hartmann laut einer Mitteilung der Diakonie.

Mit dem jetzigen Personalstand sei es beispielsweise nicht möglich, pflegebedürftige Menschen und Angehörige zu beraten, wie sie ihre Selbstständigkeit erhalten oder wieder herstellen könnten. Pflegebedürftige müssten jedoch darin unterstützt werden, mobil und geistig fit zu bleiben, soziale Kontakte zu halten und ihr Alltagsleben zu gestalten.

Gerade angesichts des Fachkräftemangels müsse man den Blick stärker "auf die Potenziale als auf Defizite richten", erklärte Hartmann. In anderen Ländern gebe es hierfür bereits Fachqualifikationen und Konzepte, wie beispielsweise Beratungsausbildungen. Mehr Zeit und kompetente Beratung forderte Hartmann auch im "intransparenten und für Laien schwer nachvollziehbaren" System der Einstufung in Pflegegrade.

Die Diakonie Neuendettelsau (Kreis Ansbach) ist mit rund 7.000 Mitarbeitern einer der größten diakonischen Träger in Deutschland und der größte Bayerns. Heute gehören Seniorenheime, Behinderteneinrichtungen, Schulen und Krankenhäuser sowie das Studentenwohnheim und Studienzentrum collegium oecumenicum in Bamberg dazu.

epd lbm jo mu-