Kirche
Dekanat Kempten will Taufe attraktiver machen
Kempten (epd). Ein gemeinsames Tauffest für mehrere Täuflinge am See, das Geburtsläuten der Kirche im Heimatort oder ein Willkommensgruß auf der Neugeborenenstation im Krankenhaus: Das sind Aktionen, mit denen das evangelische Dekanat Kempten künftig die Taufe für Familien wieder attraktiver machen will. Ohne Taufe werde "der Kontaktverlust zur Kirche und der Verlust einer christlichen Sozialisation enorm beschleunigt", sagte der Kemptener Dekan Jörg Dittmar dem Evangelischen Pressedienst (epd). Man wolle daher "wieder mit am Tisch sitzen, wenn Menschen sich fragen 'Soll unser Kind getauft werden?'".

Nach Angaben des Dekanats ging die Zahl der Taufen im Dekanat Kempten seit 2002 von knapp 750 auf 600 zurück. Eine ähnliche Entwicklung gibt es bayernweit: Im Bereich der evangelischen Landeskirche (ELKB) sank die Zahl der Taufen in den vergangenen zwei Jahrzehnten von 30.000 auf 22.000. Die ELKB hat deshalb die Dekanate Kempten und Freising als Modellregionen damit beauftragt, Strategien zu entwickeln, um die Taufe wieder attraktiver zu machen.

Gründe für die mangelnde Taufbereitschaft sind nach Angaben des Dekanats unter anderem die Kosten für ein Tauffest. Manche Eltern seien auch unsicher, weil sie unterschiedlichen Konfessionen angehören oder gar nicht mehr in der Kirche sind. Anderen fehle schlichtweg die Zeit, weil sie mit dem Nachwuchs zu beschäftigt sind. Um sie dennoch von der Taufe zu überzeugen, wurde in Kempten eine "Tauf-AG" gegründet. Acht Pfarrerinnen und Pfarrer sowie der Dekan entwickeln darin Ideen. Dazu gehört unter anderem ein großes Tauffest am Alpsee bei Immenstadt am 7. Juli. (00/0993/26.03.2018)

epd lbm aj/mor dsq