Kultur
Dürerexperte Hess wird Chef im Germanischen Nationalmuseum
Nürnberg (epd). Der Dürerexperte Daniel Hess wird neuer Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums (GNM) in Nürnberg. Diese Entscheidung hat der Verwaltungsrat des Germanischen Nationalmuseums getroffen, teilte das Museum am Donnerstag mit. Der 55-jährige Schweizer soll am 1. Juli kommenden Jahres die Nachfolge von Ulrich Großmann antreten, der in den Ruhestand geht. Hess wird außerdem auf den neu geschaffenen "Lehrstuhl für Museumsforschung und Kulturgeschichte" im Institut für Kunstgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) berufen, hieß es.

Hess hat an der Universität Zürich Kunstgeschichte, Kirchengeschichte und Literaturkritik studiert. Nach Abschluss des Studiums wechselte er für seine Promotion über die "Meister im mittelalterlichen Hausbuch" nach Deutschland. Hess war sieben Jahre lang wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Erforschung mittelalterlicher Glasmalerei in Freiburg. 1998 wurde er zum Leiter der Sammlungen "Gemälde bis 1800 und Glasmalerei" an das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg berufen. Seit 2009 ist Hess erster Stellvertreter des Generaldirektors und Mitglied der Generaldirektion.

Unter Hess Leitung wurde 2010 die Dauerausstellung "Renaissance-Barock-Aufklärung" neu konzeptiert. Außerdem war er verantwortlicher Leiter der großen Dürer-Ausstellung im GNM im Jahr 2012.

Durch die gemeinsame Berufung auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Museumsforschung und Kulturgeschichte werde die bestehende Zusammenarbeit zwischen dem Germanischen Nationalmuseum als dem größten kulturgeschichtlichen Museum des deutschen Sprachraums und der Universität Erlangen-Nürnberg auf eine neue Grundlage gestellt, hieß es in der Mitteilung.

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg besteht seit 1852. Im Jahr 2017 haben die Dauer- und Sonderausstellungen 400.000 Menschen besucht. Das Museum ist eines von acht Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft. (00/4507/20.12.2018)

epd lbm jo sd