Ausstellung "Beauty" wirbt für Schönheit

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Stefan Sagmeister
Frankfurt a.M. (epd)

Die neue Ausstellung "Sagmeister & Walsh: Beauty" im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main versteht sich als Plädoyer für die Schönheit. In den vergangenen Jahrzehnten sei der Begriff für Designer und Architekten fast zu einem Schimpfwort geworden, sagte der Grafikdesigner Stefan Sagmeister am 10. Mai in Frankfurt. Schönheit gelte meist als oberflächlich oder kommerziell.

Der Funktionalismus habe die Städte mit seiner Gleichförmigkeit überzogen, aber sein Versprechen nicht gehalten: "Er funktioniert nicht", betonte der Designer. Wohnzweckbauten aus den 1970er Jahren seien gesprengt worden, weil niemand darin wohnen wollte. Wenn die Schönheit fehle, seien die Menschen garstig und fühlten sich miserabel, sagte Sagmeister.

Museumsdirektor Matthias Wagner K. sagte, die Ausstellung solle deutlich machen, dass "Schönheit in Architektur und Design keine Oberflächenstrategie ist, sondern zutiefst im menschlichen Sein wurzelt". Weniger wichtig sei es, Schönheit zu definieren. "Es geht darum, was sie für uns und die Zukunft des menschlichen Seins bedeuten kann."

Die Besucher werden zum Mitmachen eingeladen, so spazieren sie zum Beispiel durch einen Vorhang aus Nebel, können über ihre Lieblingsfarbe abstimmen oder ein Renaissancebild bunt anmalen. Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Museum für Angewandte Kunst (MAK) Wien entstanden. In Frankfurt ist sie vom 11. Mai bis zum 15. September zu sehen.