Diakonie SH begrüßt Aufnahme von afghanischen Frauen und Kindern

Rendsburg, Kiel (epd).

Die Diakonie Schleswig-Holstein hat das Vorhaben der Landesregierung begrüßt, etwa 300 Menschen aus Afghanistan in Schleswig-Holstein aufzunehmen. „Neben der geplanten Aufnahme sogenannter Ortskräfte ist dieses Programm ein weiteres wichtiges Signal der Solidarität mit den Menschen, die aus Furcht vor den Taliban ihr Land verlassen müssen“, sagte Doris Kratz-Hinrichsen, Referentin für Flucht und Migration beim Diakonischen Werk. „Aber auch für ihre Verwandten, die bereits hier leben, bedeutet es einen Hoffnungsschimmer.“ In den Diakonie-Beratungsstellen meldeten sich seit vergangener Woche „zahlreiche verzweifelte Afghanen und Afghaninnen, die große Angst um Familienangehörige und Freunde haben“.

Aus Sicht der Diakonie habe Schleswig-Holstein gute Erfahrungen mit Landesaufnahmeprogrammen gemacht, hieß es. Das Bundesland sei logistisch darauf eingestellt, habe Ressourcen sowie eingespielte Verfahren. Darüber hinaus gebe das Land mit seinem Vorstoß einen wichtigen Impuls in alle anderen Bundesländer, so Doris Kratz-Hinrichsen.

Die Kieler Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack hatte am Dienstag mitgeteilt, dass Schleswig-Holstein ein eigenes Aufnahmeprogramm für Menschen aus Afghanistan vorbereitet. „Wir müssen vorangehen. Die Bilder aus Afghanistan können niemanden unberührt lassen“, hatte die CDU-Politikerin gesagt. Geplant sei, dass in Schleswig-Holstein lebende Afghanen die Aufnahme ihrer Angehörigen beantragen können. Zielgruppe seien vornehmlich deren in Afghanistan lebende Frauen, Kinder und Schwestern. Voraussichtlich geht es um etwa 300 Frauen und Kinder.