Letzte Revision im AKW Lingen beginnt am Freitag

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Letzte Revision im AKW Lingen beginnt am Freitag
Lingen (epd).

Das Atomkraftwerk Emsland bei Lingen wird am Freitag (6. Mai) zur letzten turnusmäßigen Revision in seiner Betriebszeit heruntergefahren. Zu den dabei geplanten Arbeiten gehören unter anderem Inspektionen an den Brennelementen, den Kerneinbauten sowie den Steuerelementen, wie der Betreiber RWE am Donnerstag mitteilte. Das letzte noch betriebene AKW in Niedersachsen wird spätestens zum Jahreswechsel endgültig abgeschaltet.

Neue Brennelemente werden in der anstehenden Revision nicht in den Reaktor eingesetzt. „In diesem Jahr werden wir lediglich die im Kern befindlichen Brennelemente umsetzen, um den Brennstoff optimal ausnutzen“, sagte Kraftwerksleiter Wolfgang Kahlert. Selbstverständlich würden auch in dieser letzten Revision alle atomrechtlich vorgeschrieben wiederkehrenden Prüfungen vorgenommen. Hierzu werde die Kraftwerksmannschaft von rund 750 Mitarbeitern von Partnerfirmen unterstützt.

Alle Revisionsarbeiten seien im Vorfeld mit dem Niedersächsischen Umweltministerium als Aufsichtsbehörde abgestimmt worden, hieß es weiter. Zudem überwachten unabhängige Sachverständige den Revisionsverlauf. Die Kosten für die Revision veranschlagt RWE mit zehn Millionen Euro. Voraussichtlich Ende Mai soll das Kraftwerk nach Zustimmung durch das Niedersächsische Umweltministerium wieder ans Netz gehen.

Das AKW Emsland wurde als Ersatz für das 1977 stillgelegte Atomkraftwerk Lingen geplant und in den 1980er Jahren gebaut. 1988 ging es in Betrieb. Das Kraftwerk hat eine elektrische Leistung von 1.406 Megawatt (brutto), es versorgt nach Betreiberangaben rund drei Millionen Haushalte mit Strom. Zusammen mit dem AKW Emsland werden Ende 2022 die Atomkraftwerke Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg abgeschaltet. Danach wird in Deutschland kein Strom mehr aus kommerziellen AKWs produziert.