Studie: Pfarrbücher belegen außergewöhnlichen aktuellen Klimawandel

Potsdam, Gießen (epd)

Die historischen Klimaschwankungen in Mitteleuropa sind einer Studie zufolge geringer gewesen als bislang angenommen. Bisherige Temperatur-Rekonstruktionen aus den Jahresringen von Bäumen seien fehlerhaft, teilte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am 10. September unter Berufung auf die Studie mit. Ein Vergleich mit Daten etwa aus Pfarr- und Stadtarchiven zeige, dass sich das Klima in der Vergangenheit in Wirklichkeit deutlich gleichmäßiger entwickelt habe. Dies sei zugleich ein weiterer Beleg dafür, wie außergewöhnlich die moderne menschengemachte Erderwärmung sei.

Die Studie habe ergeben, dass die Auswertung von Baumscheiben die natürlichen Schwankungen des Klimas vergangener Jahrhunderte übertrieben wiedergebe, hieß es. Damit bestätigten unter anderem mittelalterliche Archive die moderne Klimasystemforschung.

Um die Qualität der aus Baumringen gewonnenen Temperaturreihen zu testen, habe man sich auf Mitteleuropa konzentriert, hieß es. Grund dafür sei, dass dort außer den Baumringdaten auch noch lange Beobachtungsreihen existierten, die bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückreichten. Zudem gebe es Archive, die akkurat den Beginn von Weinlese und Getreideernten dokumentierten und sogar bis ins 14. Jahrhundert zurückgingen. Diese Aufzeichnungen erlaubten ebenso wie die Breite von Baumringen die Rekonstruktion von Temperaturen.

An der Studie waren den Angaben zufolge die Wissenschaftler Josef Ludescher und Hans Joachim Schellnhuber vom PIK, Armin Bunde von der Justus-Liebig-Universität Gießen und Ulf Büntgen von der Cambridge University beteiligt.

Pressemitteilung: http://u.epd.de/1ma7

Studie (engl.): http://u.epd.de/1ma1