Zoll am Frankfurter Flughafen verstärkt Kampf gegen Geldwäsche

Frankfurt a.M. (epd).

Das für den größten deutschen Flughafen Frankfurt am Main zuständige Hauptzollamt verstärkt den Kampf gegen die Geldwäsche. Dazu würden mobile Teams mit Beamtinnen und Beamten sowie Spürhunden gebildet, die Passagiere vor der Ausreise in ein Land außerhalb der Europäischen Union (EU) kontrollierten, sagte der Leiter des Hauptzollamts, Markus Tönsgerlemann, am 5. Mai. Derzeit seien 26 solcher Teams im Einsatz, künftig sollten es 30 sein. Der besondere Fokus gelte Reisenden nach Osteuropa, Asien und Südamerika.

Europaweit sind Drittlandreisende verpflichtet, Barmittel ab 10.000 Euro bei der Ein- oder Ausreise in die EU anzumelden. Im vergangenen Jahr seien 723 Verstöße gegen diese Pflicht festgestellt worden. Die Scheine seien in Kofferböden, in Shampooflaschen oder Schokolade-Osterhasen gefunden worden. Die Höhe der versteckten Geldsumme habe rund 60 Millionen Euro betragen, sagte Tönsgerlemann. 637 Bußgeldverfahren seien eingeleitet worden.

Großes Thema am Flughafen seien auch immer wieder die Verstöße gegen den Artenschutz, betonte Tönsgerlemann. So wurden laut Jahresbericht 2021 rund 50.000 geschützte Tiere und Pflanzen sowie Erzeugnisse daraus sichergestellt. Darunter waren auch lebende Tiere und Pflanzen, etwa eine Bengalkatze, ein Graupapagei, 300 Leguane und seltene Orchideen- und Kakteenarten. Bei einem Europäer, der aus Namibia einreiste, seien zwei Wirbelknochen eines Wals beschlagnahmt worden. Verstöße gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen können Geldbußen bis zu 50.000 Euro oder sogar Freiheitsstrafen zur Folge haben.

Findig zeigten sich die Schmuggler auch bei der Produktion und dem Transport von Rauschmitteln. Die Frankfurter Zollfahnder präsentierten etwa eine sichergestellte Tablettenpresse aus einem Ecstasy-Labor, ein Motorengetriebe, in dem 15 Kilogramm Amphetamine versteckt waren, sowie ein asiatisches Holzmosaik, dessen Rahmen mit zehn Kilogramm Crystal Meth gefüllt war. Insgesamt wurden laut Jahresbericht 26.000 Kilogramm Drogen im Wert von 129 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen. Darunter waren 22.410 Kilogramm der Kaudroge Khat, 494 Kilo Kokain und 450 Kilogramm synthetische Drogen wie Amphetamine und Ecstasy.

Nach den Angaben des Zollfahndungsamtes Frankfurt wurden im vergangenen Jahr 2.537 Ermittlungsverfahren gegen insgesamt 2.752 Tatverdächtige eingeleitet. Durch die Gerichte seien 241 Jahre Freiheitsstrafen sowie Geldstrafen von mehr als 316.000 Euro verhängt worden, sagte die Behördenleiterin Cosima Schmidt.

Einer der Schwerpunkte der Frankfurter Zollfahndung sei die Bekämpfung von grenzüberschreitenden Waffen- und Betäubungsmittelstraftaten im „Darknet“. Dabei seien mehrere konspirativ agierende Verkäufer, sogenannte Vendoren, identifiziert und überführt worden. Diese hätten illegale Betäubungsmittel, Waffen und in Deutschland nicht zugelassene Arzneimittel verkauft.

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