Lizenzgebühr eingefroren - BBC Studios verzeichnen Gewinne
London (epd).

Die BBC-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2021/22 einen Überschuss von 206 Millionen Pfund (242 Millionen Euro) ausgewiesen. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den die Rundfunkanstalt am 12. Juli in London vorlegte. Die Einnahmen betrugen insgesamt 5,3 Milliarden Pfund (6,2 Milliarden Euro). Davon stammten 3,8 Milliarden Pfund (4,5 Milliarden Euro) aus Gebührengeldern, das waren 50 Millionen Pfund (59 Millionen Euro) mehr als im Vorjahr. Auf der Ausgabenseite steigerte die BBC ihre Investitionen in Inhalte und den Ausbau digitaler Dienste um 17 Prozent auf drei Milliarden Pfund.

Die britische Rundfunkanstalt betonte ihre fortlaufenden Bemühungen um Reduzierung der Kosten. Im vergangenen Geschäftsjahr (April 2021 bis März 2022) seien Einsparungen in Höhe von 274 Millionen Pfund (321 Millionen Euro) erzielt worden. Die seit 2016/17 erzielten Gesamteinsparungen belaufen sich nach BBC-Angaben auf mehr als eine Milliarde Pfund. Der Weg zu einer „schlankeren BBC“ sei im abgelaufenen Geschäftsjahr fortgesetzt worden, indem die Zahl der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst weiter um 409 auf 17.781 reduziert und die Zahl der leitenden Angestellten um drei Prozent verringert worden sei.

Im vergangenen Januar hatte die britische Regierung beschlossen, dass die BBC-Lizenzgebühr in Höhe von derzeit jährlich 159 Pfund (186 Millionen Euro) ab dem Geschäftsjahr 2022/23 für zwei Jahre eingefroren wird. In den folgenden vier Jahren soll sie wieder entsprechend dem Verbraucherpreisindex steigen. Die sogenannte Royal Charter, eine königliche Satzung, sichert derzeit den Bestand der Lizenzgebühr bis 2027 (epd 1/17). Für die Zeit danach wird in Großbritannien derzeit über alternative Finanzierungsmodelle diskutiert.

Im Jahresbericht der BBC heißt es, die Rundfunkanstalt rechne damit, dass Einsparungen in Höhe von 285 Millionen Pfund (334 Millionen Euro) bis 2027/28 erforderlich sein werden, um die ausbleibende Erhöhung der Lizenzgebühren in den nächsten zwei Jahren auszugleichen.

Die BBC Studios verzeichneten im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekordgewinn. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Gewinn der kommerziellen Tochtergesellschaft um rund 50 Prozent auf insgesamt 226 Millionen Pfund (265 Millionen Euro). Der Umsatz des Unternehmens stieg um rund 30 Prozent auf 1,63 Milliarden Pfund (1,91 Milliarden Euro).

Diese Leistung sei durch einen Anstieg der Produktionsverkäufe erzielt worden, die nach Unternehmensangaben um 56 Prozent zulegten. Anstehende Investitionen würden die Gewinne des kommerziellen Zweigs der BBC jedoch kurzfristig beeinträchtigen, sagte der Geschäftsführer von BBC Studios, Tom Fussell. Dennoch zeigte er sich trotz des „unsicheren Wirtschaftsklimas“ zuversichtlich: Mit Blick auf die vor dem Unternehmen liegenden Möglichkeiten werde BBC Studio eine wichtigere Rolle in der Zukunft der BBC spielen, so seine Vorhersage.

Aus epd medien 30/22 vom 29. Juli 2022

nbl/ija