Die Freiheit zu fragen

Die Corona-Krise und die spanischen Medien

In Spanien hat die Corona-Krise die bestehende Zeitungskrise verschärft. In den vergangenen Monaten stieg zwar die Nutzung digitaler Nachrichten stark an, doch zugleich brachen die Werbebuchungen ein. Und ebenso wie in anderen Ländern werfen Populisten den Medien vor, sie steckten mit der Regierung unter einer Decke und würden nicht vollständig über die Krise informieren. Der Medienwissenschaftler Héctor Fouce wirft einen Blick auf die Informationspolitik der Regierung und die Situation der Medien in Spanien. Fouce lehrt Medientheorie und Semiotik am Institut für Journalismus und Neue Medien der Universidad Complutense de Madrid. Zuvor war er als Musikkritiker und Journalist für das Online-Magazin "Lanetro.com" tätig. Der Artikel wurde übersetzt und bearbeitet von Diemut Roether.

Spanien gehört zu den Ländern, die am stärksten von der Corona-Krise getroffen wurden. Bis zum 5. August gab es im Land mehr als 28.499 Tote im Zusammenhang mit Covid-19. Die Arbeit, die die Kommunikationsmedien in dieser Krise geleistet haben, war geprägt durch eine lange Zeit strikter Ausgangsbeschränkungen, die in Spanien vom 14. März bis zum 28. April galten, und eine politische Polarisierung. Das Coronavirus hat eine Krise des öffentlichen Gesundheitssystems ausgelöst, aber auch zu einer Szenerie eines erbitterten politischen Krieges geführt, in dem die Information eine wichtige Waffe war.

Das spanische Mediensystem funktioniert nach dem mediterranen Modell, das die Medienwissenschaftler Daniel C. Hallin und Paolo Mancini in ihrer Studie "Comparing Media Systems" von 2004 so beschreiben: Die Medien stehen der politischen Elite sehr nahe und schließen sich den Positionen einer politischen Partei an.

Neuartige Einmütigkeit

Als die Corona-Krise ausbrach, lag die Neubildung der Regierung nach der Wiederholung der Wahlen im November 2019 erst wenige Wochen zurück. Am 8. Januar hatte der Sozialist Pedro Sánchez erneut das Amt des Ministerpräsidenten angetreten. Bei den Neuwahlen im November 2019 hatte die erst im April desselben Jahres ins spanische Parlament eingezogene rechtsextreme populistische Partei Vox noch einmal deutlich Stimmen hinzugewonnen und war mit 52 Sitzen drittstärkste politische Kraft geworden. Die Opposition hat sich dadurch radikalisiert.

Wenige Wochen nach der Regierungsbildung verkündete Sánchez am 14. März den Alarmzustand und verhängte eine strenge Ausgangssperre für alle spanischen Bürger und in Spanien lebenden Menschen. Diese Entscheidung wurde in den ersten Tagen der Ausgangssperre von allen Parteien und Medien mitgetragen. Es entstand eine neuartige Einmütigkeit in der Berichterstattung: Alle Medien unterstützten die Kampagne, die dazu aufrief, zu Hause zu bleiben, der Hashtag in den sozialen Netzwerken lautete #nosalgasdecasa ("Geh nicht aus dem Haus!"), die Ausgangssperre sollte Wirkung zeigen.

Die spanische Hauptstadt Madrid war am stärksten vom Ausbruch der Corona-Pandemie betroffen, hier sitzen auch die Redaktionen der großen Medien. In diesen ersten Tagen beherrschten die Mängel im Gesundheitssystem die Berichterstattung: Der Mangel an Ärzten und Pflegekräften, fehlende Schutzvorrichtungen, zu wenig Betten in den Intensivstationen.

Als die Ausgangssperre zwei Wochen später noch einmal verschärft werden musste, drohte die stärkste Oppositionspartei, die Volkspartei (PP), ihre Unterstützung zu entziehen. Der Vorsitzende der Volkspartei, Pablo Casado, warf der Regierung am 30. März vor, sie verbreite Falschinformationen: "Man darf uns keine falsche Information geben, sonst können wir nicht in die gleiche Richtung rudern", sagte er und sprach von einem Abgrund, auf den die Regierung zusteuere.

Casado warf den Medien vor, sie würden die Regierung unterstützen, denn sie würden "das Positive" zu sehr in den Mittelpunkt stellen und dabei nicht über die ernsten Probleme des Gesundheitssystems berichten: Es gebe keine Interviews mit vom Coronavirus Infizierten, die Medien fokussierten sich zu sehr auf die Anstrengungen der spanischen Gesellschaft, die Pandemie zu besiegen. Der unterstellten Gutwilligkeit der Medien stellte er die "ausgesprochen kritische Berichterstattung" über die Ebola-Krise im Jahr 2014 gegenüber. Damals hatte sich eine spanische Krankenschwester, die in einer Madrider Klinik einen Ebola-Patienten gepflegt hatte, mit Ebola infiziert.

Das staatliche Fernsehen RTVE stand einmal mehr im Mittelpunkt der Kritik. Die Anstalt sollte eigentlich schon vor Jahren einen neuen Direktor erhalten, doch das aufwendige, von der damaligen Regierung 2018 gestartete Auswahlverfahren, das auf eine öffentliche Ausschreibung folgte, wurde bis heute nicht beendet (epd 32/18). Die Abgeordneten der PP machten im Kongress bis zu 50 Eingaben, in denen gefordert wurde, dass RTVE seine Berichterstattung über das Coronavirus ändern müsse. Die Beiträge, in denen die Probleme des Gesundheitssystems bei der Bekämpfung der Notsituation thematisiert wurden, nahmen die finanziellen Einschnitte in den Blick, die in der Autonomen Gemeinschaft Madrid in den vergangenen zwei Jahrzehnten vorgenommen worden waren, während die PP in der Region an der Regierung war.

Die derzeitige Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft von Madrid, Isabel Díaz Ayuso, schrieb an Rosa María Mateo, seit 2018 Interimspräsidentin des öffentlichen Senders, um ihre Empörung über die Berichte zum Ausdruck zu bringen, die die finanziellen Einschnitte im Gesundheitswesen in Madrid kritisierten. Die Politikerin warf dem Sender vor, er versuche die Regionalregierung mit falschen Angaben und unvollständigen, verzerrten Aussagen zu diskreditieren.

Mangelnde Transparenz

Im Zusammenhang mit der Kritik am Management der Altenheime führten die mangelnde Transparenz der Regionalregierung und die Mängel im Gesundheitssystem zu einem Konflikt mit den Berichterstattern: Nach einem im Juli veröffentlichten Bericht der Tageszeitung "El País" starben in den Altenheimen in Madrid in den Monaten März bis Juli fast 6.000 Menschen an Covid-19. Die Offenlegung dieser Zahlen hatte die Zeitung durch die Berufung auf die Pflicht zur Transparenz erstritten. Während die Region Personal und Material in andere Regionen schickte, wurden die Hilferufe aus verschiedenen Altenheimen überhört. "El País" und "ElDiario.es" erhielten Einblick in Dokumente, die zeigten, dass die Verantwortlichen im Gesundheitssystem über das Ausmaß des Problems Bescheid wussten, Journalisten gegenüber jedoch wiederholt die Auskunft verweigerten.

Ein Thema, über das zu Beginn der Krise auch viel gestritten wurde, war, ob die feministischen Demonstrationen am 8. März, also eine Woche vor der Verhängung der Ausgangsbeschränkungen, zur Verbreitung des Virus beigetragen hatten. Die rechtsextreme Partei Vox, für die der Feminismus ein ebenso rotes Tuch ist wie die Medien, organisierte mit ihren Untersuchungen zum 8. März einen Shitstorm in den sozialen Netzwerken.

Die extreme Rechte, die in den sozialen Netzwerken sehr präsent ist, hat seit dem Beginn des Ausnahmezustands der Regierung von Pedro Sánchez vorgeworfen, "für den Tod Tausender Spanier verantwortlich zu sein" und die Zahlen der Gestorbenen zu "verstecken und zu verschleiern". Den Medien warf sie vor, sie würden sich von der öffentlichen Hand kaufen und benutzen lassen, "um die Rufe und Proteste des Volkes" zu verheimlichen, sie würden Fake News verbreiten und sich zu Komplizen der Beschränkung der Meinungsfreiheit machen lassen. Diese Anklagen werden von einer Partei erhoben, die systematisch Journalisten von ihren Parteitagen und sonstigen Veranstaltungen ausschließt, die kritisch über ihre Anliegen berichten.

Einigen Vorwürfen leistete die Regierung durch Fehler, die sie in ihrer Informationspolitik beging, Vorschub. Als der Ausnahmezustand begann, wurden die wöchentlichen Pressekonferenzen des Ministerpräsidenten als Videokonferenzen abgehalten. Die Journalisten konnten ihre Fragen per Whatsapp stellen, und der Regierungssprecher Miguel Angel Oliver wählte die Fragen aus, die er für relevant hielt und las sie dem Ministerpräsidenten vor. Am 21. März hatten sich einige Journalisten verabredet, dieselbe Frage zu schicken, die dem Ministerpräsidenten aber nicht gestellt wurde. Oliver erklärte später, dass Pedro Sánchez diese Frage zuerst im Gespräch mit den Präsidenten der Autonomen Gemeinschaften beantworten wollte, die er am folgenden Tag treffen wollte.

Das Gesicht der Krise

Als Konsequenz daraus entschlossen sich mehrere Medien, ihre Journalisten nicht mehr zu den Pressekonferenzen anzumelden. Mehr als 500 Medienschaffende unterschrieben ein Manifest mit dem Titel "Die Freiheit zu fragen". Darin erinnerten sie daran, dass der Ausnahmezustand die Regierung mit deutlich mehr Macht ausstatte als üblich, daher sei es "wichtig, dass die Presse ihre Kontrollfunktion ausübt", zumal auch noch das Parlament in seiner Aktivität sehr eingeschränkt sei. Diese Funktion könne die Presse vor allem durch Fragen ausfüllen. Seit dem 5. April wurden die Fragen bei den Pressekonferenzen nicht länger gefiltert.

Einer der wichtigsten medialen Protagonisten in der Krise war der Epidemiologe Fernando Simón, Leiter des Notfall-Koordinationszentrums des spanischen Gesundheitsministeriums. Jeden Tag verkündete er die aktuellen Zahlen der Infizierten, der im Krankenhaus Behandelten und der Toten und wurde damit zum Gesicht der Krise. In den sozialen Netzwerken wurde der Mann mit den buschigen Augenbrauen und den kurzärmeligen Hemden zum Star, ähnlich wie in Deutschland der Virologe Christian Drosten. T-Shirts und Taschen wurden mit seinem Konterfei bedruckt und als Simón im Juni in einer Pressekonferenz darauf angesprochen wurde, was er davon halte, dass nun Menschen mit seinem Gesicht Geld verdienen, sagte er, er habe nichts dagegen, aber er würde sich freuen, wenn diejenigen, die das tun, einen kleinen Teil ihrer Einnahmen als Spende an Nichtregierungsorganisationen abführen würden.

In den ersten zwei Monaten wurde der Epidemiologe bei seinen öffentlichen Auftritten von Verantwortlichen der Polizei und des Militärs begleitet: Es gab viel Kritik daran, dass bei der Beschreibung der Krise Kriegsmetaphern benutzt wurden und dass die Menschen aus der Bevölkerung angesprochen wurde, als seien sie Soldaten in einer Schlacht.

Als der Chef der Guardia Civil, José Manuel Santiago, nach den Falschinformationen und Fake News gefragt wurde, die in jenen Tagen kursierten, antwortete er, die Polizei überwache die sozialen Netzwerke, um "dieses Klima, das sich gegen die Krisenbewältigung der Regierung stellt", kleinzuhalten.

Diese Phänomene - sowohl die Anwesenheit von Militärs als auch die Überwachung der sozialen Netzwerke - nutzte die extreme Rechte, um damit ihre Erzählung von einer Verschwörung der Regierung und der Medien zu untermauern. Diese Erzählung wuchs immer weiter. Als das Meinungsforschungsinstitut Zentrum für Soziologische Forschungen (CIS) im April in einer Umfrage die Frage stellte, ob es gerechtfertigt sei, die Meinungsfreiheit einzuschränken, um damit die Verbreitung von Falschnachrichten zu behindern, wurde das als erster Schritt zur Einführung einer Zensur interpretiert.

Steigender Nachrichtenkonsum

Zur selben Zeit kündigte der Messengerdienst Whatsapp an, dass er weltweit die Weiterleitung von Botschaften, die Falschinformationen verbreiten, einschränken werde. Diese Maßnahme, mit der das Unternehmen die Verbreitung von Fake News bekämpfen wollte, wurde ebenso als weiterer Versuch der Regierung interpretiert, die Information zu kontrollieren.

Auch die Empfehlung von Whatsapp, Factchecking-Dienste wie Newtral oder Maldita.es zu nutzen, die während der Krise bekannter wurden, wurde als weiterer Beweis dafür angesehen, dass es Medien gibt, die in den sozialen Netzwerken Informationen zensieren, die der Regierung schaden können. Die Gründerin des spanischen Factchecking-Dienstes Newtral ist eine bekannte Journalistin: Ana Pastor arbeitet für den Fernsehsender La Sexta, der Kanal gilt als der progressivste unter den spanischen Fernsehsendern.

Die Monate der Ausgangssperre waren geprägt von den Anstrengungen der Regierung, ihre Sozialpolitik mit öffentlichen Finanzspritzen fortzuführen. Gleichzeitig stieg der Nachrichtenkonsum der Bevölkerung. In diesem Zusammenhang wurden die Spanier Zeugen einer Schlacht um die Legitimität der Information zwischen sozialen Netzwerken, in denen die verbalen Ausfälle der Ultrarechten dominierten, und professionellen Medien, die sich bemühten, trotz der schwindenden Rentabilität mehr Berichterstatter einzusetzen.

Die Privatsender waren die ersten Medien, die wirtschaftliche Unterstützung durch die Regierung erhielten. Mit einem Dekret wurde am 31. März ein Fonds für die Fernsehsender geschaffen, der die Berichterstattung über Digitalfernsehen (TDT) in ganz Spanien gewährleisten sollte, zugleich wurde die technische Reichweite dieser Technologie von 90 Prozent auf 96 Prozent erhöht. Die Hilfen wurden damit begründet, dass die Sender vor der paradoxen Situation stünden, dass ihr Publikum wegen der Ausgangssperren wachse, dass sie aber zugleich seit dem Beginn der Krise unter massiven Einnahme-Einbrüchen litten, da Unternehmen ihre Werbekampagnen eingestellt oder zurückgefahren hatten.

Die extreme Rechte kritisierte, dass für diesen Fonds 15 Millionen Euro zur Verfügung stünden, die Regierung versorge hier die privaten Medien mit öffentlichen Mitteln und kassiere zugleich Steuern von den Arbeitenden. Die Kritik hob einmal mehr darauf ab, dass die Regierung mit den großen Medienkonzernen unter einer Decke stecke, um zu verhindern, dass die Informationen über das wahre Ausmaß der Pandemie verbreitet würden.

Einbruch der Einnahmen

Dieser Fonds kam nicht allen Unternehmen in gleichem Ausmaß zugute, er unterstützte vor allem die kleineren Unternehmen mit weniger finanziellen Reserven. Die größten Konzerne, Mediaset und Atresmedia, erhielten nur jeweils drei Millionen Euro, also eine Summe, die für Konzerne, die pro Jahr etwa eine Milliarde Euro umsetzen, eher zu vernachlässigen ist, wie der Journalist Juanma Fernández in "El Español" schrieb.

Die gedruckte Presse und das Radio haben wiederholt einen ähnlichen Hilfsfonds angemahnt. Aber dafür gab es keine wirtschaftliche Unterstützung von der Regierung. Die konservative Zeitung "ABC" schrieb in einem Leitartikel, dass auch die Presse während des Ausnahmezustands systemrelevant sei und dass die Informationsfreiheit nicht von der Regierung ausgezeichnet oder sanktioniert werden dürfe.

Im Pressesektor in Spanien sind derzeit etwa 22.000 Personen beschäftigt. Dieser Sektor musste mit ansehen, wie während des Ausnahmezustands sowohl die Auflagenzahlen als auch die Einnahmen durch Werbung zurückgingen. Die Zeitschrift "Cambio 16" schrieb, dass die Zahl der Leser bei den wichtigsten spanischen Tageszeitungen im März um 13,5 Prozent zurückgegangen sei. Und das angesichts von Auflagenzahlen, die ohnehin schon sehr niedrig sind. Die meistverkaufte spanische Zeitung, "El País", hatte im Dezember 2019 nur noch knapp über 100.000 Exemplare täglich verkauft. Und das Unternehmen Infoadex, das die Werbeinvestitionen bei Medien in Spanien misst, teilte mit, dass die Werbung in der gedruckten Presse in den ersten zwei Monaten der Ausgangssperren um 48 Prozent zurückgegangen sei.

Neue Geschäftsmodelle

Dennoch hat die Nutzung vor allem der digitalen Medien zugenommen. Allein im Monat März ist die Nutzung von Nachrichten im Internet um 30 Prozent gestiegen, weil die Menschen das Bedürfnis hatten, sich über die Ausbreitung der Pandemie zu informieren. Beim Digitalangebot "Eldiario.es" wuchsen die Leserzahlen im März um 60 Prozent.

Viele große Pressekonzerne haben Kurzarbeit angemeldet, wie viele andere spanische Unternehmen auch. In einigen Unternehmen wurden die kommerziellen Tätigkeiten eingeschränkt, etwa bei Vocento, dem Konzern, der "ABC" herausgibt. "El Mundo" trennte sich von mehreren Kolumnisten und stellte seine Beilage "Yodona" ein. Auch bei "El País" wurden die Arbeitszeiten vieler Redakteure gekürzt, zugleich wurde aber die Berichterstattung über die Krise im Gesundheitsbereich und im Gesellschafts-Ressort ausgebaut. Bei "Eldiario.es", dem Medium, das mit am meisten von der Zunahme der Leserschaft profitierte, betrafen die Gehaltskürzungen nur die leitenden Angestellten.

Die Einschränkungen trafen die spanischen Medien zu einem Zeitpunkt, in dem sie gerade ihr Geschäftsmodell umstellten. "El Mundo" hatte gerade einige seiner Inhalte hinter eine Bezahlschranke gestellt und "El País" wollte die Bezahlschranke ursprünglich im April einführen, verschob dies dann jedoch um einige Wochen (epd 26/20). Die Zeitung "ABC" hat angekündigt, dass sie ab September digitale Abonnements einführen will.

In der Krise ist die Fernsehnutzung in die Höhe geschnellt, in jedem Monat, den die Einschränkungen andauerten, wurden neue Nutzungsrekorde aufgestellt. Im Mai lag die durchschnittliche Sehdauer in Spanien bei 4 Stunden und 20 Minuten, das waren 37 Minuten mehr als im Vorjahresmonat. Dagegen gingen die Werbebuchungen im Vergleich zum Vorjahr um 46 Prozent zurück. Auch für das Radio ergab sich dieselbe paradoxe Situation wie für die restlichen Medien: die Zunahme der Hörerschaft hat die wirtschaftlichen Perspektiven nicht verbessert. In einer Krise wie der derzeitigen ist die Information notwendiger denn je, aber keiner scheint dafür bezahlen zu wollen.

Aus epd medien 35/20 vom 28. August 2020

Héctor Fouce