Sozial-Köpfe
Franziska Giffey
© epd-bild/Jürgen Blume
Franziska Giffey ist neue Familienministerin
Sie ist jung, eine Frau und stammt aus dem Osten: Franziska Giffey, Bürgermeisterin des Berliner Multikulti-Bezirks Neukölln, ist in das neue Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingerückt.
Berlin (epd). Giffey gilt schon länger als politisches Talent und macht jetzt den Sprung auf die große Bühne. Die durchsetzungsstarke 39-Jährige steht erst knapp drei Jahre an der Spitze des rund 330.000 Einwohner zählenden Bezirkes.

Bislang ohne landes- oder bundespolitische Erfahrung hat Giffey es in der kurzen Zeit geschafft, auf sich aufmerksam zu machen: sei es bei der Bekämpfung von arabischen Großclans, dem strikten Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst oder bei der Zusammenarbeit mit Moscheegemeinden. Für den internen SPD-Proporz schlägt die verheiratete Mutter eines Sohnes gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie ist eine Frau und kommt aus dem Osten.

Nach dem Abitur 1997 zog Giffey aus der Mark nach Berlin und begann ein Lehramtsstudium an der Humboldt-Universität in den Fächern Englisch und Französisch. 1998 wechselte sie zur Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege und schloss 2001 das Studium als Diplom-Verwaltungswirtin ab. Seit April 2015 ist sie Bürgermeisterin im Berliner Problembezirk und Nachfolgerin des bundesweit bekannten Heinz Buschkowsky (SPD).

Die weiteren für Soziales zuständigen Ministerinnen und Minister sind der frühere SPD-Generalsekretär Hubertus Heil (45) als Arbeitsminister und Jens Spahn (37, CDU) als Chef des Gesundheitsressorts. Die bisherige Familienministerin und kommissarische Arbeitsministerin Katarina Barley (49, SPD) hat das Amt der Bundesjustizministerin übernommen. Andrea Karliczek (CDU) ist Bildungsministerin. Die 46-Jährige Bank- und Hotelkauffrau aus dem Tecklenburger Land in Nordrhein-Westfalen sitzt erst seit 2013 im Bundestag. Der frühere Vorsitzende des Deutschen Pflegerats, Andreas Westerfellhaus, soll neuer Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung werden.

 

Aus epd sozial Nr. 11 vom 16. Märt 2018

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