Internationales
USA: Medienkonzerne Sinclair und Tribune fusionieren nicht
Tribune tritt vom Vertrag zurück - FCC wollte Verwaltungsgericht einschalten
Washington (epd). Der angestrebte Zusammenschluss der konservativen US-Medienkonzerne Sinclair Broadcast Group und Tribune Media Co. ist gescheitert. Tribune teilte am 9. August mit, man trete von dem Fusionsvertrag zurück und werde Sinclair wegen Vertragsbruchs verklagen. Sinclair habe das Versprechen nicht eingelöst, durch den Verkauf von Fernsehsendern und anderen Vermögenswerten so schnell wie möglich eine Genehmigung durch die Kommunikationsaufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC) herbeizuführen.

Die Pläne für das Zusammengehen waren seit Frühjahr 2017 bekannt. Das in Hunt Valley in Maryland ansässige Unternehmen Sinclair, Eigentümer von knapp 200 lokalen Fernsehsendern, wollte 42 Sender der Tribune Media erwerben. Damit hätte Sinclair rund drei Viertel der US-amerikanischen Haushalte erreicht. Der Deal stieß jedoch auf unerwarteten Widerstand bei dem FCC-Vorsitzenden Ajit Pai. Dieser teilte am 16. Juli mit, er habe "ernsthafte Bedenken". Die FCC-Richtlinien begrenzen die Zahl lokaler TV-Sender, die eine Firma in einem Markt besitzen darf. Zur Vorbereitung auf den Zusammenschluss hätte sich Sinclair von einigen Sendern trennen müssen.

Manche der potenziellen Käufer unterhalten allerdings anscheinend enge Verbindungen zu Sinclair. Es bestehe die Möglichkeit, dass Sinclair die Sender nach einem Verkauf weiterhin kontrollieren würde, erklärte Pai. Bei derartigen Unklarheiten gestatte die FCC die Transaktionen nicht und verweise die Angelegenheit an ein Verwaltungsgericht. Er habe eine entsprechende Anweisung abgefasst.

Zahlreiche Medienkritiker bejubelten den Fehlschlag. Das Aus für den Deal in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar nützt auch dem konservativen Kabelsender Fox News, der anderenfalls eine neue Großkonkurrenz von rechts bekommen hätte. Die Kommentare in den Sinclair-Nachrichtenprogrammen gelten als stark rechtslastig. Laut "Politico" vereinbarten die Wahlkampagne von Präsident Donald Trump und Sinclair 2016 eine Kooperation. Sinclair erhalte privilegierten Zugang und werde Trump-Interviews ohne Kommentar senden, zitierte der Dienst aus den Verabredungen.

Trump kritisierte die ablehnende Haltung der FCC auf Twitter: "So traurig und unfair, dass die FCC den Zusammenschluss von Sinclair Broadcast mit Tribune nicht genehmigt. Das wäre eine großartige und dringend nötige konservative Stimme (...) gewesen."
Aus epd medien Nr. 33 vom 17. August 2018

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