Internationales
SRF bleibt TV-Marktführer in der Deutschschweiz
Sportgroßereignisse dominierten das Programm im Jahr 2016
Bern/Zürich (epd). Im Sportjahr 2016 waren die Sender der öffentlich-rechtlichen Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG SSR wieder Marktführer in der Schweiz. Dabei spielten im Jahr 2016 die Sportgroßereignisse Fußball-EM in Frankreich und Olympische Sommerspiele in Rio de Janeiro sowie das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest eine wesentliche Rolle. Die Zuwächse zeigten sich daher besonders bei den Sportkanälen SRF zwei, RTS Deux und RSI La 2. "Wichtige Sportanlässe führen immer zu guten Zahlen", sagte Ruedi Matter, der Direktor des deutschsprachigen Schweizer Radio und Fernsehens (SRF), am 24. Januar in Zürich.

Fernseh-Marktführer in der Deutschschweiz war wieder SRF mit seinen drei TV-Kanälen. Das Schweizer Fernsehen SF erreichte einen Marktanteil von 31,8 Prozent. Davon entfielen unverändert 19,3 Prozent auf den Hauptkanal SRF 1. Der Sportkanal SRF zwei legte 1,5 Prozentpunkte zu und kam auf einen Marktanteil von 10,7 Prozent. Der Informationskanal SRF info erreichte 1,8 Prozent Marktanteil (minus 0,1).

Acht der zehn meistgesehenen Sendungen des Jahres waren Sportsendungen - dies waren die acht Sendungen der Fußball-EM auf SRF zwei. Dazu kamen ein Fernsehfilm und eine Informationssendung auf SRF 1. Die meistgesehene TV-Sendung in der Deutschschweiz war das torlose Gruppenspiel Schweiz-Frankreich am 19. Juni mit 1,57 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 64,8 Prozent auf SRF zwei. Den sechsten Platz erreichte der erste Teil des Fernsehfilms "Gotthard" von Urs Egger am 11. Dezember auf SRF 1. Die bisher größte Filmproduktion von SRF über den Bau des Gotthardtunnels von 1873 bis 1882 - eine Koproduktion mit RTS, RTSI, ZDF und ORF - sahen 993.000 Zuschauer bei einem Marktanteil von 45,9 Prozent.

Die einzige Informationssendung unter den Top 10 war die SRF-"Tagesschau" um 19.30 Uhr am 28. Februar, in der es unter anderem um die Volksentscheide über die sogenannte Durchsetzungsinitiative der rechtskonservativen SVP zur "Ausschaffung krimineller Ausländer" ging. Diese "Tagesschau" sahen 983.000 Zuschauer bei einem Marktanteil von 52,0 Prozent - Platz acht. Insgesamt sahen die Hauptausgabe der "Tagesschau" 2016 auf SRF 1 durchschnittlich 610 000 Zuschauer bei einem Marktanteil von 48,4 Prozent.

Stärkste private Schweizer Fernsehsendergruppe war auch 2016 die 3 Plus Group von Dominik Kaiser, die mit einem Marktanteil von 3,6 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis erreichte - ein Zuwachs um 0,5 Prozentpunkte. Davon entfielen auf den 2006 gegründeten Sender 3 Plus ein Marktanteil von 2,3 Prozent (plus 0,3), auf den 2012 gegründeten Sender 4 Plus ein Marktanteil von 0,9 Prozent (plus 0,1) und auf den 2014 gestarteten Sender 5 Plus ein Marktanteil von 0,4 Prozent (plus 0,1).

Der zur AZ-Medien-Gruppe gehörende Fernsehsender Telezüri erreichte einen Marktanteil von unverändert 0,9 Prozent. Der im Oktober 2015 nach österreichischem Vorbild von der ProSiebenSat.1-Gruppe gegründete neue Sender Puls 8 erreichte 2016 einen Marktanteil von 0,6 Prozent (epd 34/15).

Die 16 führenden deutschen Fernsehsender kamen in der Deutschschweiz zusammen auf einen Marktanteil von 35,2 Prozent, das waren 1,1 Prozentpunkte weniger als 2015. Damit waren sie die Verlierer des Fernsehjahres. An der Spitze lag dabei RTL mit unverändert 5,9 Prozent Marktanteil. Dahinter folgten Das Erste mit 5,2 Prozent Marktanteil (plus 0,1), das ZDF mit 5,0 Prozent (minus 0,2), Sat.1 mit 3,9 Prozent Marktanteil (minus 0,1), Vox mit 3,3 Prozent Marktanteil (minus 0,2) und ProSieben mit 3,2 Prozent Marktanteil (minus 0,4). 3sat erreichte unverändert 0,9 Prozent. Auf einen Marktanteil von zusammen 2,7 Prozent (minus 0,2) kam in der Deutschschweiz das ORF mit seinen beiden Hauptprogrammen.

In der französischsprachigen Romandie blieb das öffentlich-rechtliche Radio Television Suisse Romande (RTS) mit seinen beiden Fernsehkanälen Marktführer mit einem Marktanteil von 27,3 Prozent, das waren 0,7 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Größte Konkurrenten in der Romandie waren die französischen Sender TF1 mit unverändert 11,1 Prozent, M6 mit 8,8 Prozent (minus 0,2) und France 2 mit 6,3 Prozent (minus 0,2).

In der italienischsprachigen Schweiz blieb das öffentlich-rechtliche Fernsehen Radiotelevisione svizzera di lingua italiana (RTSI) mit seinen beiden Fernsehkanälen Marktführer mit einem Marktanteil von 29,3, ein Rückgang um 0,8 Prozentpunkte. Davon entfielen auf RSI La Uno 20,8 Prozent (minus 1,5 Prozent) und auf RSI La Due 8,5 Prozent (plus 0,7). Größte Konkurrenten im Tessin waren die italienischen Sender Canale 5 mit 8,5 Prozent (minus 0,4), Rai Uno mit 6,1 Prozent (minus 0,5) und Italia 1 mit 4,9 Prozent (minus 0,7) Marktanteil.

Aus epd medien Nr. 6 vom 10. Februar 2017

ebe