Internationales
Großbritannien: BBC verliert leicht an Marktanteilen
ITV und Channel 5 legten 2017 zu - Unterhaltungssendungen dominierten
London (epd). Der britische Fernsehmarkt ist 2017 mit leichten Veränderungen stabil geblieben. ITV und Channel 5 waren nach Angaben des Forschungsdienstes Barb die Gewinner auf dem britischen Fernsehmarkt, Verlierer war die BBC.

Marktführer unter den einzelnen TV-Sendern blieb allerdings BBC 1 mit 21,8 Prozent Marktanteil, ein Rückgang um 0,2 Prozentpunkte. BBC 2 verlor 0,1 Prozentpunkte und erreichte 5,8 Prozent Markanteil. Der Privatsender ITV 1 gewann 0,1 Prozentpunkte und kam auf 14,6 Prozent. Channel 4 blieb mit 4,8 Prozent stabil. Der zum US-Unternehmen Viacom gehörende Channel 5 kam auf einen Marktanteil von 3,9 Prozent (plus 0,1 Prozentpunkte).

Stabil blieb auch die zeitversetzte Ausstrahlung. So nahm ITV+1 um 0,1 Prozentpunkte zu und erreichte einen Marktanteil von 0,9 Prozent. Channel 4+1 blieb unverändert bei 0,8 Prozent Marktanteil. Channel 5+1 erreichte erneut 0,3 Prozent Marktanteil.

Die digitalen Spartenkanäle kamen 2017 erneut zusammen auf einen Marktanteil von 47,1 Prozent. Zu den erfolgreichsten Spartenkanälen gehörten ITV 3 und ITV 2 mit jeweils unverändert 1,8 Prozent, der BBC-Kinderkanal Cbeebies und der Unterhaltungskanal E 4 von Channel 4 mit jeweils erneut 1,3 Prozent Marktanteil. Auf jeweils 1,2 Prozent Marktanteil brachten es der Filmkanal F 4 und der Dramakanal Drama von UKTV. Dahinter lagen BBC News und ITV 4 mit jeweils 1,1 Prozent Marktanteil.

Das digitale Antennenfernsehen liegt weiter bei den Empfangsarten der insgesamt 27 Millionen TV-Haushalten in Großbritannien vorn. Im Januar 2018 lag der digitale Antennenempfang über Freeview bei 18,6 Millionen Haushalten, der Empfang per Satellit über BSkyB und Freesat kam auf 10,4 Millionen Haushalte. 4,0 Millionen Haushalte empfingen Fernsehen per Kabel über Virgin Media, das zum US-Unternehmen Liberty Global gehört (die Nutzung mehrerer Empfangsarten wurde berücksichtigt).

2017 dominierten erneut Unterhaltungssendungen die britischen Top-10-Sendungen. Fiktionale Serien waren viermal und Dokumentationen einmal unter den Top 10 vertreten, Sportsendungen spielten keine Rolle. BBC 1 war mit sieben und ITV 1 mit drei Programmen vertreten.

Meistgesehenes Fernsehereignis in Großbritannien war die Dokumentationsserie "Blue Planet II", die vom 91-jährigen Regisseur David Attenborough präsentiert wurde. Den Auftakt "One Ocean" am 29. Oktober sahen 14,01 Millionen Zuschauer auf BBC 1. Damit wurde der Erfolg von "Planet Earth II" im Vorjahr noch übertroffen. Auf dem zweiten Platz lag das Finale der 15. Staffel der Tanzshow "Strictly Come Dancing", das am 16. Dezember 13,01 Millionen Zuschauer auf BBC 1 sahen.

Den dritten Platz belegte die ITV-Dschungelshow "I'm a Celebrity - Get Me Out of Here!". Den Auftakt der 17. Staffel sahen am 19. November 12,69 Millionen Zuschauer. Auf den vierten Platz kam "The Results" der Show "Strictly Come Dancing" am 10. Dezember mit 11,76 Millionen Zuschauer auf BBC 1.

11,63 Millionen Zuschauer sahen auf BBC 1 das Solidaritätskonzert "One Love Manchester" am 4. Juni für die Opfer des islamistischen Bombenanschlags in Manchester am 22. Mai (Platz fünf). Meistgesehenes fiktionales Programm war das Finale der dritten Staffel der ITV-Krimi-Serie "Broadchurch" am 17. April mit 11,61 Millionen Zuschauern auf Platz 6. Unter die Top 10 kamen auch die BBC-Drama-Serien "Sherlock", "Call The Midwife" und "The Moorside" sowie die ITV-Castingshow "Britain's Got Talent".

Die meistgesehene Sendung auf Channel 4 war das Finale der früher von BBC 1 ausgestrahlten Backshow "The Great British Bake Off" am 31. Oktober mit 10,04 Millionen Zuschauern - deutlich weniger als bei BBC 1 in den Vorjahren, aber trotzdem die populärste Sendung auf Channel 4 seit 1995.

Aus epd medien Nr. 7 vom 16. Februar 2018

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