Internationales
AT&T nach Warner-Übernahme größter Medienkonzern der Welt
169,8 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2017 - Bertelsmann auf Platz 15
Köln/Dallas (epd). Der US-Kommunikationsriese AT&T ist nach der Übernahme des Medienkonzerns Time Warner der mit Abstand größte Medienkonzern der Welt. Der kumulierte Umsatz von AT&T und Time Warner lag im Jahr 2017 bei umgerechnet 169,8 Milliarden Euro, wie aus einer aktuellen Statistik des Kölner Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) hervorgeht. Im Jahr zuvor waren für AT&T 32,9 Milliarden Euro Umsatz verzeichnet worden, allerdings bezog sich diese Angabe nur auf das Konzernsegment "Entertainment Group" (epd 45/17).

Nach dem Kauf von Time Warner wird das Unternehmen nun komplett als Medienkonzern gewertet und mit seinem Gesamtumsatz ausgewiesen. Die Fusion von AT&T und Time Warner wurde Mitte Juni vollzogen, nachdem das US-Justizministerium mit einer Kartellklage gegen die Übernahme gescheitert war (epd 25/18). Die Regierung Trump hat jedoch Berufung gegen die Entscheidung des District Courts in Washington eingelegt. AT&T mit Sitz in Dallas hat nach eigenen Angaben die weltweit größte Kundenbasis im Pay-TV und ist führend bei der Distribution von Fernsehen, Mobilfunk und Internet (epd 44/16). Zu Time Warner gehören die Kabelsender HBO, CNN und TBS sowie die Film- und Fernsehstudios von Warner Bros Entertainment.

Laut der IfM-Statistik, die in Kürze im "Jahrbuch Fernsehen" veröffentlicht wird, ist der Google-Mutterkonzern Alphabet nun zweitgrößtes Medienunternehmen mit einem Jahresumsatz von 98,1 Milliarden Euro. Comcast rutschte um einen Rang auf Platz drei ab, der Telekommunikations- und Medienkonzern setzte im vergangenen Jahr 74,8 Milliarden Euro um. Walt Disney landete mit 48,8 Milliarden Euro auf Platz vier, der Kabelnetzbetreiber Charter Communications mit 36,8 Milliarden Euro auf Platz fünf. Nach Facebook (36 Milliarden Euro) und den Murdoch-Konzernen News Corp. und 21st Century Fox - das in großen Teilen von Disney übernommen werden soll (epd 32/18) - mit einem zusammengerechneten Umsatz von 32,4 Milliarden Euro erscheint auf Platz acht Tencent Holdings. Das chinesische Internetunternehmen setzte knapp 31,2 Milliarden Euro um und kletterte damit im Ranking um sechs Positionen.

Sony Entertainment platzierte sich mit knapp 30 Milliarden Euro auf Rang neun. In die Berechnung des Medienumsatzes gehen hier die Sparten "Games", "Pictures" und "Music" ein. Bei Amazon, das sich um drei Ränge auf Platz zehn verbesserte, wird ebenfalls nur der Medienumsatz herangezogen. Dieser lag im Jahr 2017 bei 27,7 Milliarden Euro.

Bestplatzierter europäischer Medienkonzern bleibt die in Amsterdam registrierte Altice Group, die unter anderem die französische Tageszeitung "Libération" herausgibt (epd 3, 26/18). Das hoch verschuldete Unternehmen setzte wie im Vorjahr 23,5 Milliarden Euro um, kam damit aber nur noch auf Platz 13 (minus drei Ränge). Größter deutscher Medienkonzern bleibt Bertelsmann auf Platz 15 mit 17,2 Milliarden Euro Umsatz.

Neben Bertelsmann finden sich nur zwei andere deutsche Medienorganisationen in der Top-50-Liste: die ARD auf Platz 29 und ProSiebenSat.1 auf Platz 49. Bei der ARD wurde der Umsatz geschätzt, weil die genauen Gesamtzahlen für 2017 noch nicht vorlagen. 2016 wurde der kumulierte Gesamtumsatz der Landesrundfunkanstalten mit 6,6 Milliarden Euro angegeben. Aus dem Rundfunkbeitrag erhielt die ARD im vergangenen Jahr 5,6 Milliarden Euro (epd 28/18), hinzu kommen noch Einnahmen aus Werbung und sonstige Einnahmen. ProSiebenSat.1 setzte 2017 knapp 4,1 Milliarden Euro um und damit etwas mehr als der brasilianische Konzern Globo (3,9 Milliarden) auf Platz 50.

Aus epd medien Nr. 36 vom 7. Septmber 2018

rid