Rahmenpläne zur neuen Pflegeausbildung veröffentlicht

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Eine Ausbildende im Pflegeheim "Lazarus Haus Berlin" der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal
Berlin (epd)

Ab 2020 startet die neue generalistische Pflegeausbildung. Familien- und Gesundheitsministerium haben jetzt die Rahmenpläne veröffentlicht. Die neue Ausbildung nimmt damit weiter Form an.

Auf dem Weg zur Anfang 2020 beginnenden neuen Pflegeausbildung ist eine weitere Hürde genommen: Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Rahmenpläne veröffentlicht. Die künftig gültigen Rahmenlehr- und Rahmenausbildungspläne sind online verfügbar, heißt es in einer gemeinsam Mitteilung von Gesundheits- und Sozialministerium. Pflegeschulen und die Träger der praktischen Ausbildungen erhielten damit konkrete Vorschläge für die Ausgestaltung der neuen Ausbildungen nach dem Pflegeberufegesetz.

Ab 2020 sollen alle Auszubildenden der Kranken-, der Kinderkranken- und der Altenpflege zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistische Ausbildung erhalten, mit der Möglichkeit einen Vertiefungsbereich in der praktischen Ausbildung zu wählen. Wer die generalistische Ausbildung im dritten Jahr fortsetzt, erwirbt künftig den Abschluss zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann.

Einzelabschlüsse sind möglich

Auszubildende, die ihren Schwerpunkt in der Pflege alter Menschen oder der Versorgung von Kindern und Jugendlichen sehen, können für das dritte Ausbildungsjahr statt des generalistischen Berufsabschlusses einen gesonderten Abschluss in der Altenpflege oder Kinderkrankenpflege erwerben. Einen Einzelabschluss in der Krankenpflege soll es künftig nicht mehr geben.

Die neue Pflegeausbildung gliedert sich in einen schulischen und einen betrieblichen Teil. Der theoretische und praktische Unterricht findet an einer staatlichen oder staatlichen anerkannten Pflegeschule statt und hat einen Umfang von 2.100 Stunden. Die betriebliche Ausbildung ist mit 2.500 Stunden deutlich umfangreicher und wird in verschiedenen Pflegeeinrichtungen, zum Beispiel Krankenhäuser, stationäre Langzeitpflegeeinrichtung oder Psychiatrien, stattfinden.

Die Rahmenpläne wurden am 26. Juni von der Fachkommission an Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) übergeben. Im Anschluss haben beide Ministerien sie auf die Vereinbarkeit mit dem Pflegeberufegesetz geprüft. "Diese Prüfung konnte innerhalb von vier Wochen mit positivem Ergebnis abgeschlossen werden. Die Mindestanforderungen des Pflegeberufegesetzes und der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung sind in vollem Umfang erfüllt worden", betonen die Minister.

Experten diskutierten fünf Jahre lang

Um einen Rahmenlehrplan und einen Rahmenausbildungsplan erarbeiten zu lassen, wurde im November 2018 für die Dauer von fünf Jahren eine Fachkommission eingesetzt. Das Gremium besteht aus elf ehrenamtlich tätigen Experten.

Die von der Kommission erarbeiteten Rahmenpläne enthalten konkrete Vorschläge für die inhaltliche Ausgestaltung der neuen, generalistischen Pflegeausbildung. Sie werden den Pflegeschulen beziehungsweise den Trägern der praktischen Ausbildung kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Als Orientierungshilfe zur Umsetzung der Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz und der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung haben sie empfehlende Wirkung für die Lehrpläne der Länder und die schulinternen Curricula der Pflegeschulen. Die Länder können unter Beachtung der Vorgaben der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung einen verbindlichen Lehrplan als Grundlage für die Erstellung der schulinternen Curricula der Pflegeschulen erlassen.

Die Rahmenpläne enthalten den Angaben nach zudem umfassend Hilfestellungen für die Umsetzung durch die Pflegeschulen und die Ausbildungseinrichtungen. Die Rahmenpläne werden mindestens alle fünf Jahre auf ihre Aktualität geprüft und gegebenenfalls anpasst.

Aus epd sozial Nr. 32 vom 9. August 2019

Dirk Baas