Klaus Reinhardt ist der neue Chef der Bundesärztekammer

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Klaus Reinhardt
Münster (epd)

Klaus Reinhardt (59), Bielefelder Facharzt für Allgemeinmedizin, ist zum neuen Präsidenten der Bundesärztekammer gewählt worden.

Der 122. Deutsche Ärztetag hat am 30. Mai in Münster den Bielefelder Allgemeinarzt Klaus Reinhardt zum Nachfolger von Frank Ulrich Montgomery (67) als Chef der Bundesärztekammer gewählt. Montgomery kandidierte nach acht Jahren an der Spitze der Bundesärztekammer nicht mehr für das Amt. Reinhardt setzte sich im entscheidenden Wahlgang gegen Martina Wenker, Klinikärztin für Innere Medizin aus Göttingen und Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, mit 124 zu 121 Stimmen durch.

Der Bielefelder Arzt ist seit 25 Jahren als Facharzt für Allgemeinmedizin niedergelassen. Seit acht Jahren ist er Vorsitzender des Hartmannbundes, seit vier Jahren Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer.

Reinhardt erklärte, Ärzte benötigten mehr Zeit für ärztliche Aufgaben. Die Sicherstellung der dafür nötigen Freiräume müsse wieder Maßstab des gesetzgeberischen, aber auch des selbstverwaltenden Handelns werden. Eine der wichtigsten Zukunftsthemen sei zudem die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Digitalisierung könne bei Diagnostik und Therapie helfen. Es dürften am Ende jedoch keine Algorithmen über Therapien entscheiden, sondern nur Ärztinnen und Ärzte, mahnte er.

Frank Ulrich Montgomery ist von den Delegierten des 122. Deutschen Ärztetages per Akklamation zum Ehrenpräsidenten der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages ernannt worden. Als Präsident der europäischen Ärztevereinigung (Comité Permanent des Médecins Euro) sowie als Vorstandsvorsitzender des Weltärztebundes wird sich der Hamburger Radiologe auf internationale Gesundheitspolitik konzentrieren.

Der Deutsche Ärztetag, auch "Parlament der Ärzteschaft" genannt, findet einmal jährlich an wechselnden Orten statt. Zu dem Kongress entsenden die 17 deutschen Ärztekammern Delegierte.

Aus epd sozial 23/19 vom 7. Juni 2019