Katharina Spieß leitet das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung

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Katharina Spiess

Am 1. Oktober hat Katharina Spieß die Leitung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden übernommen. Das Institut gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Die neue Leiterin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden, Katharina Spieß, wird mit einer Menge Vorschusslorbeeren bedacht: Die Leiterin des Kuratoriums des BiB, Ursula Staudinger, sagte zur Amtseinführung: „Mit Katharina Spieß tritt eine der führenden Ökonominnen Deutschlands an die Spitze des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, die sich gleichzeitig durch eine breite sozial- und verhaltenswissenschaftliche Orientierung auszeichnet.“

Die 55-jährige habilitierte Ökonomin bringt laut Innenstaatssekretär Markus Kerber die besten Voraussetzungen mit, um im BiB „neue Impulse zu setzen und die Weichen für die Zukunft zu stellen“. Qualitativ hochwertige Forschung zur Bevölkerungsentwicklung gewinne angesichts der immer stärker spürbaren Folgen des demografischen Wandels wie beispielsweise dem Ruhestandeintritt der Babyboomer, der Alterung der Gesellschaft, ihrer wachsenden Vielfalt und auch der mittelfristigen Folgen von Corona immer mehr an Bedeutung", sagte Kerber.

Die Forschungsschwerpunkte von Katharina Spieß liegen im Bereich der Familien- und Bildungsforschung sowie anderen Feldern der empirisch ausgerichteten Bevölkerungsforschung. Ihre wissenschaftliche Laufbahn startete sie an der Universität Mannheim und promovierte 1996 an der Ruhr-Universität Bochum. 2005 habilitierte sie sich an der TU Berlin und übernahm 2006 die Professur zur Familien- und Bildungsökonomie an der Freien Universität Berlin. Seit 2012 leitet sie die Abteilung Bildung und Familie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW, Berlin).

Unterschiedliche Stationen im Ausland umfassen Aufenthalte, wie z.B. an der Cornell University in den USA. Ihre Expertise bringt sie in zahlreiche wissenschaftliche Gremien und Beiräte im Bereich der Politikberatung ein - unter anderem ist sie Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen beim Bundesfamilienministerium und Mitglied des wissenschaftlichen Expertengremiums, welches die nationale Bildungsberichterstattung begleitet.

Spieß will nach eigener Aussage „mit dem Team am BiB wichtige und neue Akzente in der Bevölkerungsforschung setzen“. Künftig sollen verstärkt auch bildungsbezogene Aspekte, welche für den demografischen Wandel von Bedeutung sind, bearbeitet werden. „Vor dem Hintergrund der Pandemie, in der wir immer noch sind, muss es verstärkt aber auch darum gehen, wie sich diese mittel- bis langfristig auf das Wohlbefinden von Familien oder die Integration der nach Deutschland migrierten Menschen auswirkt und Alterungsprozesse verändert,“ sagte Spieß.

Mit ihrem Wechsel an das BiB wird Spieß zudem Professorin für Bevölkerungsökonomie an der Universität Mainz. Insgesamt soll mit einer stärkeren wissenschaftlichen Vernetzung die wissenschaftliche Ausrichtung des Instituts weiter ausgebaut und diese mit einer forschungsbasierten Politikberatung verbunden werden.