Christoph Meyns wird Sprecher des EKD-Beauftragtenrats für Missbrauch

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Christoph Meyns
Hannover (epd)

Der Braunschweiger Landesbischof Christoph Meyns wird neuer Sprecher des Beauftragtenrats zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Das wurde bei der Synode bekannt.

Christoph Meyns, promovierter Theologe, übernimmt das Amt turnusmäßig nach zwei Jahren von der Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs. Die Theologin hatte das Amt seit November 2018 inne und war die erste Sprecherin des damals neu begründeten Rates.

Meyns ist von Beginn an Mitglied des fünfköpfigen Rats. Zu seiner Stellvertreterin wurde Susanne Teichmanis, juristische Oberkirchenrätin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, bestimmt. Sie übernimmt ihr Amt von Nikolaus Blum, Leiter des Landeskirchenamtes der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Sowohl Blum als auch Bischöfin Fehrs bleiben weiterhin Mitglieder im Beauftragtenrat.

Meyns stammt aus Bad Segeberg, studierte Theologie in Kiel und Tübingen. Später machte er eine berufsbegleitende Ausbildung zum Gemeindeberater und Organisationsentwickler. 2013 promovierte Meyns im Fach Praktische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig ist er seit 2014.

Der Beauftragtenrat hatte der Synode einen schriftlichen Bericht vorgelegt. Der vor zwei Jahren auf der Synode verabschiedete Elf-Punkte-Handlungsplan sei in einigen Punkten entweder bereits umgesetzt oder befinde sich in der Umsetzung, heißt es darin. Der Beauftragtenrat verweist etwa auf die Einsetzung eines zwölf Mitglieder zählenden Betroffenenrats, der die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der EKD begleiten soll. Dieser hatte durch die Corona-Pandemie verzögert im September seine Arbeit aufgenommen.

Außerdem nennt der Bericht eine Aufarbeitungsstudie, die aus mehreren Teilstudien besteht, und laut Fehrs im Dezember beginnen soll. Sie soll binnen drei Jahren Ergebnisse vorlegen. Begleitet wird die Studie, die ein Forschungsverbund von sechs wissenschaftlichen Instituten erstellt, von einem Beirat, in dem sowohl Vertreter der EKD als auch von Betroffenen sitzen sollen. 881 Fälle sexualisierter Gewalt seien derzeit im Bereich der EKD und der Diakonie seit etwa 1950 bekannt, teilte die EKD mit.

Aus epd sozial Nr. 46 vom 13. November 2020