Andreas Theurich neuer Leiter des Rauhen Hauses

s:16:"Andreas Theurich";
Andreas Theurich
Hamburg (epd)

Das Rauhe Haus in Hamburg, eine der bundesweit größten Sozialeinrichtungen, hat einen neuen Chef: Pastor Andreas Theurich (54), ehemaliger Rektor an der Evangelischen Hochschule des Rauhen Hauses, ist am 27. September in sein neues Amt als Vorsteher eingeführt worden.

Andreas Theurich ist Nachfolger von Pastor Friedemann Green (65), der die Stiftung elf Jahre lang geleitet hat. Zweites Vorstandsmitglied neben Theurich bleibt Sabine Korb-Chrosch, die als kaufmännischer Vorstand seit 2008 tätig ist. Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) lobte den stetigen und professionellen Austausch mit dem Rauhen Haus zu Themen der Jugendhilfe, Behindertenhilfe und dem neuen Dualen Studiengang Soziale Arbeit. Das vor 186 Jahren gegründete Rauhe Haus gilt als Gründungsort der heutigen Diakonie der evangelischen Kirche.

Zu den Stärken Theurichs zähle, Menschen mitzunehmen und genau wahrzunehmen sowie zupackend an der Sache Jesu dranzubleiben, sagte Bischöfin Kirsten Fehrs im Einführungsgottesdienst. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte seien die Leitung in diakonischen Unternehmen und die Organisationsentwicklung. Er wisse, dass eine gute Unternehmenskultur religiöses Wissen brauche. Fehrs: "Das Rauhe Haus ist eine einzige Liebe zur Verschiedenheit."

Theurich ist der zwölfte Vorsteher seit dem Gründer Johann Hinrich Wichern (1808-1881). Er war nach seinem Vikariat in Hamburg-Barmbek Gemeindepastor in Preetz (bei Kiel). 2001 übernahm er die Leitung des Diakonisch-Theologischen Studienseminars in Preetz (bei Kiel). Seit 2007 ist er als Dozent für Diakonie und Ethik an der Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie tätig und seit 2011 auch ihr Rektor. Seine Forschungsthemen sind Fragen des Managements und der Leitung von Diakonieunternehmen. Er hat eine Ausbildung in Organisationsberatung absolviert und schrieb 2016 seine Doktorarbeit zum Thema Diakonische Kultur.

Die Stiftung hat rund 1.200 Mitarbeitende, die in der Betreuung, Pflege und Bildung tätig sind. Mehr als 1.400 Menschen werden hier unterstützt und betreut. Dazu kommen 2.250 Schüler und Studierende.

Dem scheidenden Vorsteher Green bescheinigte die Bischöfin Gelassenheit, theologischen Tiefsinn und "unglaublich amüsante Selbstironie". Seit 2009 leitete er das Rauhe Haus.

Aus epd sozial Nr. 40 vom 4. Oktober 2019