Caritas plant Koordinierungsbüros für Fluthilfe

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Odendorf nach der Flut

Diese Beratungsbüros sollen für NRW im Kreis Euskirchen, im Rhein-Erft- und Rhein-Sieg-Kreis und im Großraum Wuppertal/Solingen eröffnet werden, sagte Wolfgang Kues, Vorstand der Caritas Wuppertal/Solingen, dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Dabei geht es nicht nur um Geld, auch viele andere Hilfs- und Beratungsangebote wollen wir bündeln. Und das in enger Abstimmung mit anderen Hilfsorganisationen. Da soll und darf es keine Konkurrenz geben.“

Die Aufgaben würden vielfältig sein und alle Hilfsorganisationen seien in die Vorbereitung eingebunden, damit keine doppelte Hilfestruktur entstehe, sagte Markus Harmann, Pressesprecher des Kölner Diözesancaritasverbandes. In den Anlaufstellen „geht es um die Verteilung der Spendengelder von Caritas international und derzeit auch noch um die Gelder der Aktion “NRW hilft". Außerdem verweise man an die Organisation Lichtblicke, die seit 1988 Einzelfallhilfe für Familien aus NRW bereitstellt. Hier kooperieren die Lokalradios NRW mit Diakonie und Caritas.

Abstimmung mit anderen Verbänden

„Wir stimmen uns gerade mit anderen Stellen wie zum Beispiel den Maltesern ab, damit nicht mehrere Büros mit dem gleichen Anliegen nebeneinander arbeiten. “Das kann noch einige Tage oder sogar Wochen dauern„, so Harmann. Die Büros sollen die Fluthilfe vor Ort koordinieren. Dazu gehört auch, dass auch bei Anträgen geholfen wird und dass zum Beispiel auch Fragen mit Blick auf staatliche Hilfsgelder und Versicherungsleistungen geklärt werden: “Wir stellen uns darauf ein, dass diese Büros länger am Netz bleiben, also sicher für ein bis zwei Jahre."

Wo das Büro der Wuppertaler Caritas sein wird, stehe noch nicht fest, so Kues. „Wir planen, dezentral und auch beweglich vor Ort im Flutgebiet zu sein. Wir stimmen das gerade mit der Kommune Wuppertal ab. Es ist denkbar, in einen Bauwagen, einen Wohnwagen oder einen Container zu ziehen. Das ist noch offen.“ Gleiches gilt für den Starttermin.

Spendenverteilung wird in den Hintergrund treten

In den Büros soll den Angaben nach zum Beispiel die Hilfe aus Spenden von Caritas Inernational beantragt werden können, Summen bis zu 5.000 Euro. Aber, so Kues. „Wir gehen davon aus, dass sich mit dem Anlaufen der staatlichen Hilfen unsere eigene Arbeit verändern wird. Finanzielle Fragen werden mehr in den Hintergrund treten. Dann wird unsere Hauptaufgabe als kirchliche Organisation sein, zu sehen, wie es den Menschen geht, wie es dem Gemeinwesen geht. Wir werden dann Sozialraumangebote machen, damit sich eine neue Gemeinschaft bildet.“

Die Verbände der Caritas im Erzbistum Köln haben bislang mehr als 2.500.Anträge auf Soforthilfen und Haushaltsbeihilfen bis zur Höhe 5.000 Euro bearbeitet. „Insgesamt wurden mehr als 1,8 Millionen Euro an Flutopfer ausgezahlt“, so der Wohlfahrtsverband. Der weitaus größte Teil der Summe, über 1,6 Millionen Euro, stamme aus Spendengeldern von Caritas international, 229.000 Euro aus Mitteln der Spendenaktion „NRW hilft“.

Größte Not lindern

„Unser Ziel, die größte Not der Menschen zu lindern und ihnen eine erste finanzielle Überbrückungshilfe zu geben, haben wir erreicht“, betonte Helmut Loggen, Verwaltungsdirektor des Kölner Diözesan-Caritasverbandes. Jetzt gehe es mit den neuen Beratungsstellen um mittelfristige Unterstützung der Geschädigten.

Die strebt auch der Diözesancaritasverband in Trier an. Er hat, unabhängig von den bereits bestehenden Anlaufstellen vor Ort, eine neue Stelle zur überörtlichen Fluthilfekoordination eingerichtet. Hier gehe es um „eine Menge Abstimmungsarbeit“, sagte eine Sprecherin dem epd. Vor allem seien Absprachen mit Diakonie, AWO und dem DRK nötig, um die Spenden gerecht zu verteilen und auch wirklich an die Bedürftigen zu bringen. Dazu kämen die Kontakte zu den übergeordneten Stellen beim Landkreis, in Krisenstäben und beim Land. Auch in Trier geht man von einem mehrjährigen Engagement aus: „Wir sind weiter aktiv vor Ort, doch sind unsere Hilfen immer nachrangig vor denen von Versicherungen und denen des Staates.“

Dirk Baas