ORF-Konzern meldet für 2021 positives Vorsteuerergebnis

Neues Redaktionsstatut verabschiedet - Mehr Rechte für Redakteure
Wien (epd).

Der ORF-Konzern meldet für 2021 ein Vorsteuerergebnis in Höhe von 9,6 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse stiegen im vergangenen Jahr auf 1,05 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,02 Mrd. Euro), wie der ORF am 23. Juni in Wien mitteilte. Davon kamen rund 645 Millionen Euro aus Programmentgelten und 228 Millionen Euro aus der Werbung. Nur für die ORF-Muttergesellschaft lag das Vorsteuerergebnis den Angaben zufolge bei 6,7 Millionen Euro.

Der ORF-Stiftungsrat genehmigte den Jahresabschluss am 23. Juni. ORF-Generaldirektor Roland Weißmann sagte, der Sender arbeite mit Hochdruck daran, dass „trotz der sehr schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ auch 2022 ein positives Ergebnis gelinge. Der ORF sei „auf einem guten Weg in die digitale Zukunft“. Die Inbetriebnahme des neuen multimedialen Newsrooms habe sehr gut funktioniert.

Weißmann lobte auch das neue ORF-Redaktionsstatut, das dem multimedialen Arbeiten angepasst sei und die Unabhängigkeit der Redaktionen stärke. Das Statut wurde zwischen Geschäftsführung und Redaktionsvertretung unter Einbindung der Gewerkschaft und des Zentralbetriebsrats verhandelt, es ersetzt das frühere Redakteursstatut. Der Stiftungsrat beschloss das Status bei seiner Sitzung mit großer Mehrheit, wie der ORF mitteilte.

Die Änderungen am Statut sehen auch neue Rechte für die Redakteurinnen und Redakteure vor. So kann einer Führungskraft nach drei Beschwerden das Misstrauen ausgesprochen werden, außerdem gelten nun erweiterte Informations- und Anhörungsrechte bei Personalentscheidungen.

Der ORF-Stiftungsrat hat sich im Mai neu konstituiert (epd 19/22). Der „Freundeskreis“ um die konservative Regierungspartei ÖVP hat wie in der Vorperiode mit ihm nahestehenden Unabhängigen eine Mehrheit im obersten ORF-Aufsichtsgremium. Der „Freundeskreis“ um die Grünen, die mit der ÖVP die Regierung bilden, wuchs von drei auf sechs Rätinnen und Räte an. Dies ging zulasten des „Freundeskreises“ um die rechtspopulistische FPÖ, der von vier Personen auf eine schrumpfte. Zum Vorsitzenden des Gremiums wurde der PR-Unternehmer Lothal Lockl gewählt, der den Grünen nahesteht.

Aus epd medien 26/22 vom 1. Juli 2022

rid