Österreichs Privatfunk soll stärker gefördert werden

Regierung in Wien plant Aufstockung auf 20 Millionen Euro
Wien (epd)

Der private Rundfunk in Österreich soll nach dem Willen der rechtskonservativen Bundesregierung pro Jahr fünf Millionen Euro mehr an Fördermitteln erhalten. Wie der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) am 24. April mitteilte, ist eine Erhöhung des Fonds zur Förderung des privaten Rundfunks von 15 auf 20 Millionen Euro geplant. Der Verband begrüßte die Maßnahme als "wichtigen Meilenstein". Sie leiste einen bedeutenden Beitrag zur Förderung und Absicherung des Privatfunks in Österreich, erklärte Geschäftsführerin Corinna Drumm.

"Österreichs Privatsender stehen aufgrund der Konkurrenz durch globale Online-Plattformen wie Youtube oder Facebook immer stärker unter Druck", erläuterte Drumm. Auch in Österreich nehme die Zahl der Anbieter und damit der Konkurrenzdruck laufend zu. Eine Erhöhung der Fördermittel sei hier die richtige Antwort. Die Privatrundfunkförderung war 2009 eingerichtet und mit jährlich 15 Millionen Euro ausgestattet worden.

Der VÖP verweist darauf, dass die bisher gewährte Förderung von 15 Millionen Euro weniger als drei Prozent der Mittel entspreche, die dem öffentlich-rechtlichen ORF aus der Gebührenfinanzierung zur Verfügung stünden. Dabei erbrächten die Privatsender immer mehr Programmleistungen von gesellschaftlicher Relevanz, vor allem im Bereich Nachrichten, Wahlsendungen oder politische Diskussionen. Dies habe auch eine Studie im Auftrag der Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH (RTR) bestätigt.

Der Privatrundfunkfonds ist bei der RTR angesiedelt, die ihrerseits als Geschäftsstelle die Medienaufsichtsbehörde KommAustria unterstützt. Die Fördersumme wird aus dem Teil der Rundfunkgebühren entnommen, der früher dem Bundesbudget zugeflossen ist.

Die vier größten privaten Fernsehsender waren 2018 die Gewinner des Fernsehjahres in Österreich. Sie legten zusammen um rund 1,6 Prozentpunkte zu und kamen auf 10,0 Prozent Marktanteil. Die Führung hatten dabei die beiden zu ProSiebenSat.1 gehörenden Sender Puls 4 und ATV. Sie kamen auf jeweils 3,3 Prozent Marktanteil. Puls 4 gewann 0,3 Prozentpunkte hinzu, ATV 0,7 Prozentpunkte. Der dritte ProSiebenSat.1-Sender ATV 2 erreichte einen Marktanteil von 1,0 Prozent (plus 0,3 Prozentpunkte). Der Sender Servus TV des Unternehmens Red Bull Media House erzielte einen Marktanteil von 2,4 Prozent (plus 0,3 Prozentpunkte). Die ORF-Sender erreichten gemeinsam 32,9 Prozent, ein Minus von einem Prozentpunkt (epd 5/19).

Aus epd medien 18/19 vom 3. Mai 2019

rks/rid